Papst Franziskus zelebriert die Osternacht im Petersdom. | dpa

Papst feiert Osternacht "Niemals die Hoffnung verlieren"

Stand: 04.04.2021 03:37 Uhr

Die Feier der Osternacht gilt Christen als der wichtigste Gottesdienst des Jahres. Wegen der Corona-Pandemie konnten nur wenige Gläubige in den Petersdom kommen. Papst Franziskus musste die Feier zudem vorziehen - wegen Ausgangsbeschränkungen.

Von Elisabeth Pongratz, ARD-Studio Rom

Es ist ein ruhiger und doch so wichtiger Beginn der Prozession in der Osternacht. Nachdem der liturgische Ruf "Lumen Christi" - das Licht Christi - ertönt ist, wird dieses Licht der brennenden Osterkerze weitergetragen. Kurz zuvor hatte es Papst Franziskus am gesegneten Feuer entzündet. Noch ist der Petersdom weitgehend dunkel, nun erhellt er sich nach und nach. Rund 200 Gläubige feiern mit, unter ihnen auch Kardinäle und Bischöfe. Zum zweiten Mal wird der wichtigste Gottesdienst des Jahres im Corona-Lockdown gefeiert, Taufen - wie sonst üblich - gibt es deshalb nicht.

Elisabeth Pongratz ARD-Studio Rom

In seiner Predigt geht Franziskus auf die Pandemie ein, will Mut machen. "In diesen dunklen Monaten der Pandemie hören wir den auferstandenen Herrn, der uns einlädt, neu anzufangen und niemals die Hoffnung zu verlieren." Ein Neuanfang sei immer möglich, auch jenseits des Scheiterns.

In der Nacht der Auferstehung Jesu, dem Übergang vom Tod zum Leben, von der Dunkelheit zum Licht, will auch das katholische Oberhaupt Zuversicht verbreiten. Dabei sei es möglich, neue Wege zu beschreiten. Viele würden eine Art Erinnerungs-Glauben leben, der aus Gewohnheiten besteht, aus Dingen der Vergangenheit, aus schönen Kindheitserinnerungen. Aber Gott sei lebendig, er würde einen immer wieder überraschen, so das Kirchenoberhaupt.

"Der Glaube ist keine Antiquitätensammlung, Jesus ist nicht eine Gestalt, die längst überholt ist. Er lebt, hier und jetzt. Er begleitet dich jeden Tag - bei der Situation, die du gerade erlebst, bei der Prüfung, die du durchmachst, bei den Träumen, die du hegst", sagte Papst Franziskus.

Papst Franziskus entzündet bei der Feier der Osternacht eine Kerze. | dpa

Papst Franziskus teilt das Kerzenlicht mit anderen Gottesdienstteilnehmern, bis die Kirchenbänke nach und nach erleuchtet sind. Bild: dpa

"Barrieren überwinden und Vorurteile abbauen"

Die Osternacht folgt einem genau festgelegten Ablauf, nach der Lichtfeier hören die Gläubigen mehrere Lesungen. Bald darauf ertönt das Gloria, die Orgel setzt ein und alle Glocken des Petersdomes läuten, die seit Gründonnerstag nicht mehr zu hören waren. Das soll die Freude über die Osterbotschaft ausdrücken.

Papst Franziskus erinnert daran, dass Jesus, der Auferstandene, die Menschen uneingeschränkt liebe und zu ihnen in jeder Lebenslage komme. "Er hat seine Gegenwart in das Herz der Welt eingepflanzt und lädt auch uns ein, Barrieren zu überwinden, Vorurteile abzubauen, auf die Menschen um uns herum zuzugehen und die Gnade des Alltäglichen neu zu entdecken." Der 84-jährige Pontifex ruft dazu auf, wie Jesus an die Grenzen zu gehen - besonders in den Tränen der Ausgegrenzten, der Schwachen und der Armen zeige sich der Auferstandene.

Wie die Osternacht wird auch die Ostermesse am Sonntag nur mit wenigen Teilnehmern stattfinden, statt wie üblich auf dem Petersplatz wird sie in der Basilika gefeiert. Anschließend spendet der Papst den Segen "Urbi et Orbi".

Über dieses Thema berichtete am 04. April 2021 Inforadio um 06:01 Uhr und die tagesschau um 09:55 Uhr.

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Moderation 04.04.2021 • 14:54 Uhr

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