Viktor Orban und Papst Franziskus. | AFP

Besuch in Ungarn Papst Franziskus trifft Regierungschef Orban

Stand: 12.09.2021 11:31 Uhr

Im Vorfeld seines Besuchs in Ungarn stand noch nicht fest, ob Papst Franziskus von Regierungschef Orban empfangen werden würde. Nach Angaben des Vatikans sprachen die beiden unter anderem über das Thema Umweltschutz.

Papst Franziskus ist in Ungarn eingetroffen. Ministerpräsident Viktor Orban begrüßte den Papst am Kunstmuseum von Budapest. Zu einem anschließenden Gespräch kam auch Präsident Janos Ader. Danach nahm Franziskus an einem Treffen mit Bischöfen und Vertretern der jüdischen Gemeinde teil.

Der Termin war mit Spannung erwartet worden, weil der Papst und der konservative Regierungschef gerade beim Thema Migration gegensätzliche Positionen vertreten. Franziskus fordert immer wieder Hilfe für Flüchtlinge. Ungarn fährt dagegen eine Anti-Migrationspolitik. Nach Angaben des Vatikans ging es in dem Gespräch unter anderem um die Rolle der Kirche in Ungarn und Umweltschutz.

Franziskus hatte noch vor kurzem in einem Radiointerview gesagt, er wisse nicht, ob es überhaupt zu einem Treffen mit Orban komme. Eigentlich sind solche Begegnungen bei Auslandsreisen des Oberhaupts der katholischen Kirche üblich. Italienische Medien hatten von Stimmen aus dem Vatikan berichtet, dass der Papst dem ungarischen Premierminister am liebsten ganz aus dem Weg gegangen wäre.

Papst Franziskus ruft zum Kampf gegen Antisemitismus auf

Bei dem anschließenden Treffen mit Vertretern anderer christlicher Kirchen und des Judentums rief Papst Franziskus zum Kampf gegen Antisemitismus auf. Dieser sei "eine Lunte, die gelöscht werden muss". Der "Gott des Bundes", auf den Christen wie Juden sich mit der Bibel berufen, "will keine Bündnisse mit den einen auf Kosten der anderen, sondern Personen und Gemeinschaften, die Brücken der Gemeinschaft mit allen sind".

An den Verantwortlichen der Mehrheitsreligionen liege es, "in diesem Land die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Religionsfreiheit für alle respektiert und gefördert wird".

Ungarn ist für den Papst nach Angaben des Vatikans nur eine Zwischenstation und kein Staatsbesuch. Franziskus wollte noch heute in die Slowakei weiterreisen, wo er vier Tage bleiben sollte. Die Reise ist die erste, seit sich der Papst Anfang Juli einer schweren Darmoperation unterzogen hat.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. September 2021 um 11:00 Uhr.