Angespülter Müll am Kuta-Beach auf Bali. | picture alliance/dpa/AAP

"One Ocean Summit" Gipfel diskutiert über Meeresschutz

Stand: 17.02.2022 13:37 Uhr

Massen an Plastikmüll, Überfischung, Erhitzung - die Weltmeere sind schwer belastet. Bei einem internationalen Gipfeltreffen in Frankreich wurden zahlreiche Initiativen zum Schutz der Ozeane angestoßen.

Die internationale Gemeinschaft will sich stärker für den Schutz der Weltmeere engagieren. Im französischen Brest berieten zahlreiche Staats- und Regierungschef etwa über Schritte gegen Plastikmüll in den Meeren und Überfischung.

Frankreich sprach im Anschluss von "wichtigen Verpflichtungen", die im Rahmen des "One Ocean Summit" eingegangen wurden. Zu dem dreitägigen Gipfel hatte Präsident Emmanuel Macron eingeladen, mit Unterstützung der Vereinten Nationen.

Viele Vorhaben angekündigt

Die EU-Staaten wollen sich gemeinsam mit weiteren Ländern dafür einsetzen, dass noch in diesem Jahr ein Abkommen zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz der Biodiversität auf hoher See geschlossen wird.

14 Teilnehmerstaaten sagten zu, den Kampf gegen illegalen Fischfang zu verstärken, unter anderem durch bessere Kontrollen in Häfen und auf See. Die Mittelmeerländer wollen sich zudem für die Schaffung einer Zone mit niedrigen Schwefelemissionen stark machen.

Bundesregierung will Meeresbeauftragten

Die Bundesregierung hatte bereits gestern in Brest angekündigt, mit einer "Meeresstrategie" mehr gegen die Verschmutzung der Ozeane tun zu wollen. Ein Meeresbeauftragter soll dabei die Koordination der Meerespolitik übernehmen, wie Bundesumweltministerin Steffi Lemke sagte.

Macron erklärte, sein Land habe die Schutzgebiete in den französischen Süd- und Antarktisgebieten ausgedehnt. Dazu habe sich Frankreich als Teil der Naturschutz-Koalition "High Ambition Coalition for Nature and People" verpflichtet.

Sie wurde 2019 von Costa Rica, Frankreich und Großbritannien mit dem Ziel gegründet, bis 2030 jeweils mindestens 30 Prozent des Landes und der Weltmeere unter Schutz zu stellen. Inzwischen gehören der Koalition 84 Länder an, darunter auch Deutschland.

Umweltaktivisten zwiegespalten

Die Umweltorganisation WWF wertete den Gipfel in einer ersten Einschätzung als wichtiges politisches Zeichen. Die Bedeutung der Ozeane in der Klimakrise scheine angekommen zu sein. Dennoch sei es traurig, dass die Politik bei den Diskussionen um ein Moratorium für den Tiefseebergbau überhaupt nicht vorangekommen sei.

Auch Klimaschutzaktivisten von Greenpeace forderten Macron bei Protesten in Brest auf, ein Moratorium zu unterstützen. Schade sei, dass der Gipfel im Ergebnis vage geblieben sei - nötig seien jedoch konkrete Maßnahmen.

Wichtige Rolle der Meere beim Klimaschutz

Meere und Ozeane decken etwa 70 Prozent der Erdoberfläche ab und spielen eine entscheidende Rolle für das Klima. Sie absorbieren schädliche Kohlendioxid-Emissionen und speichern Wärme, die durch Strömungen und Wind rund um den Globus verteilt wird.

Zugleich werden sie stark vom Klimawandel getroffen. Die hohen CO2-Ausstoße haben in den vergangen Dekaden zu einer Versauerung und Erhitzung der Weltmeere geführt, was Ökosysteme bedroht und zu Wirbelstürmen beiträgt.

In den kommenden Monaten sind zahlreiche weitere internationale Zusammenkünfte geplant, die dem Meeresschutz gewidmet sind. Frankreich zufolge sollte der Gipfel in Brest dazu dienen, vorab eine gemeinsame Vision zu entwickeln. Neben Vertretern von etwa 100 Ländern kamen in dem französischen Hafenort auch Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen.

Anmerkung der Redaktion: Im Interview ist die Rede davon, dass zwei Lkw-Ladungen pro Stunde im Meer landen. Richtig umgerechnet sind es zwei Lkw-Ladungen pro Minute.