Ein Freileitungsmast steht unter blauem Himmel auf einem Feld. | picture alliance / Kirchner-Medi

Energiekrise Österreich beschließt Strompreisbremse

Stand: 07.09.2022 19:35 Uhr

Österreich will Privathaushalte bei ihren Stromkosten durch eine Preisbremse entlasten - im Schnitt dürfte die Ersparnis bei 500 Euro pro Jahr liegen. Die Regierung in Wien erwartet dadurch Kosten von mehr als drei Milliarden Euro.

Die österreichische Regierung hat eine Preisobergrenze für Strom angekündigt. Die Kosten für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt sollten auf diese Weise um etwa 500 Euro pro Jahr sinken, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer. Die Maßnahme, die noch im Parlament beschlossen werden muss, soll im Dezember in Kraft treten und bis Ende Juni 2024 gelten. Zur Finanzierung werde die Regierung drei bis vier Milliarden Euro bereitstellen.

Unbürokratische Hilfe

Niemand in Österreich solle sich seinen Grundbedarf an Strom nicht leisten können, sagte der österreichische Kanzler in Wien. Es gehe um eine schnelle und unbürokratische Hilfe, für die kein Antrag gestellt werden müsse. So soll der Netto-Strompreis ab 40 Cent pro Kilowattstunde um bis zu 30 Cent subventioniert werden - bis zu einem jährlichen Verbrauch von 2900 Kilowattstunden. Dieser Verbrauch entspricht in etwa 80 Prozent des Jahresbedarfs eines Durchschnittshaushaltes. Die Regierung kündigte zudem weitere Strompreisrabatte für größere Familien und ärmere Menschen an.

Österreich hat wie andere europäische Länder mit einer Energiekrise und steigenden Preisen zu kämpfen. Hintergrund sind der russische Angriff auf die Ukraine und eine Drosselung der Erdgaslieferungen aus Russland nach Europa. Auf EU-Ebene sprach sich Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für eine Preisobergrenze für russisches Erdgas aus. Weitere Maßnahmen zur Entschärfung der Energiekrise müssten hinzukommen, sagte sie.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. September 2022 um 15:00 Uhr.