Ein Frau geht mit einem Kind über den geschlossenen Adventsmarkt im Linzer Volksgarten. | dpa

Rekord-Infektionszahlen Oberösterreich und Salzburg kündigen Lockdown an

Stand: 18.11.2021 13:07 Uhr

Zuerst kam der Lockdown für Ungeimpfte in Österreich, nun kündigen zwei Regionen des Landes einen allgemeinen Lockdown an: Oberösterreich und Salzburg. Die Neuinfektionen in dem Staat erreichen immer neue Rekordwerte.

In Österreich steigen die Corona-Neuansteckungen von Tag zu Tag an. Heute wurden erstmals über 15.000 Neuinfektionen gemeldet - so viele wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie. Besonders in den Bundesländern Salzburg und Oberösterreich spitzt sich die Lage zu. Deshalb wollen diese beiden Länder in der nächsten Woche in einen allgemeinen Lockdown gehen. Das kündigten die Ministerpräsidenten von Salzburg und Oberösterreich, Wilfried Haslauer und Thomas Stelzer, an.

"Sehr, sehr wenig Spielraum"

Die konservativen Landeschefs hatten sich zuvor wie auch Kanzler und ÖVP-Parteikollege Alexander Schallenberg gegen starke Einschränkungen für Geimpfte ausgesprochen. "Wir haben nicht mehr viel Spielraum, um nicht zu sagen: Wir haben sehr, sehr wenig Spielraum", argumentierte Stelzer im Hinblick auf die vollen Krankenhäuser.

Der Politiker sprach sich für ein einheitliches Vorgehen in ganz Österreich aus. Wenn das nicht möglich sei, würden die regionalen Maßnahmen auf jeden Fall für mehrere Wochen in Kraft treten. "Wir sehen keine Alternative zu einem Lockdown mit Beginn nächster Woche mehr", sagte Haslauer der Nachrichtenagentur APA. Details über die Einschränkungen in den zwei Bundesländern an der bayerischen Grenze sollten im Laufe des Tages bekanntgegeben werden.

40 Prozent der Fälle in Oberösterreich und Salzburg

Knapp 40 Prozent der neuen Corona-Fälle wurden in Oberösterreich und Salzburg registriert. Mit Sieben-Tage-Inzidenzen um 1600 liegen die beiden Regionen weit über dem bundesweiten Wert von 989. Den Krankenhäusern und Intensivstationen droht Experten aus dem Gesundheitsbereich zufolge eine Überlastung.

Seit Montag gilt in ganz Österreich ein Lockdown für Ungeimpfte. Ob zusätzliche bundesweite Maßnahmen für die Gesamtbevölkerung gesetzt werden, soll morgen in Gesprächen zwischen Bund und Ländern entschieden werden.

Allgemeine Impfpflicht im Gespräch

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) hatte sich zuletzt für eine generelle nächtliche Ausgangsbeschränkung ausgesprochen, die jedoch von Kanzler Schallenberg bisher abgelehnt wird. Die ÖVP befürchtet, dass solche Maßnahmen die Bereitschaft für Erst- und Auffrischungsimpfungen wieder senken. Allerdings wird innerhalb der Regierung über eine allgemeine Impfpflicht nachgedacht.

Da auch in den anderen Bundesländern die Neuinfektionen stark steigen, forderte die sozialdemokratische Oppositionschefin und Epidemiologin Pamela Rendi-Wagner einen bundesweiten Lockdown für mindestens zwei Wochen - falls sich die Situation nicht innerhalb von 48 Stunden entschärfen sollte. Eine Impfpflicht könne die aktuelle Infektionswelle nicht brechen, aber langfristig wirken. Deshalb müsse man darüber nachdenken.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 18. November 2021 um 13:04 Uhr.