Österreichs Kanzler Alexander Schallenberg und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein | REUTERS

Hohe Corona-Infektionszahlen Lockdown und Impfpflicht in Österreich

Stand: 19.11.2021 11:22 Uhr

Österreich verhängt von Montag an einen landesweiten Lockdown. Das teilte Bundeskanzler Schallenberg mit. Zudem soll im Februar eine Impfpflicht eingeführt werden. Hintergrund sind massiv steigende Corona-Zahlen mit immer neuen Rekordwerten.

Angesichts extrem hoher Corona-Zahlen hat Österreich einen landesweiten Lockdown beschlossen. Dieser soll bereits ab Montag für maximal 20 Tage gelten, teilte Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg mit.

Während dieser Zeit dürfen die Menschen nur noch aus dringend notwendigen Gründen das Haus verlassen. Schulen und Kindergärten sollen den Angaben zufolge aber offen bleiben.

Nach zehn Tagen solle die Maßnahme überprüft und über das weitere Vorgehen entschieden werden. Ab spätestens 13. Dezember sei der Lockdown für Geimpfte und Genesene vorbei, sagte Schallenberg. Dann soll wieder die 2G-Regel gelten.

Impfpflicht ab Februar 2022

Zudem solle ab dem 1. Februar 2022 eine landesweite Impfpflicht eingeführt werden. "Es war lange politischer Konsens, keine Impfpflicht einzuführen", sagte Schallenberg. "Aber wir müssen der Realität ins Auge schauen." Trotz massiver Bemühungen sei es nicht gelungen, genug Menschen zu einer Impfung zu bewegen. "Die Konsequenzen sind volle Intensivstationen und enormes menschliches Leid", so Schallenberg.

"Wir wollen keine fünfte Welle, wir wollen keine sechste und siebte Welle." Das Virus werde nicht weggehen, sondern bleiben. Der Lockdown sei ein schwerer Schritt. "Das schmerzt enorm", sagte der Kanzler weiter. Ohne sie beim Namen zu nennen, kritisierte er die in Österreich einflussreiche rechte FPÖ heftig. Deren Impfkritik sei ein "Attentat auf unser Gesundheitssystem".

Österreich meldet Inzidenz von knapp 1000

Österreich kämpft wie viele europäische Länder derzeit gegen eine heftige Corona-Welle mit immer neuen Höchstwerten bei den Neuinfektionen. Am Donnerstag hatten die Behörden den Rekordwert von 15.145 Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Damit wurde in dem Land mit rund 8,9 Millionen Einwohnern insgesamt die Schwelle von einer Million bestätigter Infektionen seit Pandemie-Beginn überschritten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt in Österreich knapp 1000 und seit mehr als einer Woche werden täglich mehr als 10.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet, wodurch die Kliniken an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen. Besonders dramatisch ist die Lage in Salzburg und Oberösterreich mit Inzidenzen über 1500 pro 100.000 Einwohnern.

Zu den bisherigen Maßnahmen zählte eine 3G-Regel am Arbeitsplatz. Die Beschäftigten müssen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Am 8. November folgte die 2G-Regel für Veranstaltungen, Gastronomie und Tourismus, die Ungeimpften den Zutritt zu weiten Bereichen in der Freizeit verwehrte.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. November 2021 um 11:00 Uhr.