Grenze zwischen Österreich und Ungatn bei Nickelsdorf

Steigende Flüchtlingszahlen Österreich verstärkt Grenzschutz

Stand: 24.07.2021 14:59 Uhr

Österreich schickt wegen der vermehrten Ankunft von Flüchtlingen das Bundesheer an seine Grenzen. 400 zusätzliche Soldaten sollen vor allem die Landesgrenze zu Ungarn sichern. Man wolle Migrationsbewegungen kontrollieren.

Österreich verstärkt die Überwachung seiner Grenzen. Grund sei, dass wieder mehr Migrantinnen und Migranten ins Land kämen, sagten Innenminister Karl Nehammer und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bei einer Pressekonferenz.

Zunächst sollen demnach etwa 400 Soldatinnen und Soldaten zusätzlich an die Grenzen geschickt werden. "Wir erleben, dass Aufgriffszahlen an der österreichischen Grenze wieder steigen", sagte Nehammer. Besonders betroffen sei die Grenze zu Ungarn. In diesem Jahr seien bereits 200 Schlepper festgenommen worden. "Ziel ist es, Migrationsbewegungen zu kontrollieren", sagte Tanner.

Bis zu 2000 Soldaten denkbar

Man werde die Kräfte an der Grenze massiv verstärken, sagte die Verteidigungsministerin. Der genaue Bedarf an Soldatinnen und Soldaten an den Grenzen zur Slowakei, zu Slowenien und vor allem Ungarn würde demnach zufolge laufend neu abgeschätzt. Bis zu 2000 Soldatinnen und Soldaten wären für den Einsatz an der Grenze denkbar. Die nun angekündigte Aufstockung laufe bereits.

Der Einsatz würde vom Bundesheer ohne Ablaufdatum durchgeführt, sagte Tanner. Aktuell sind laut Verteidigungsministerium 1000 Soldaten im sicherheitspolizeilichen Einsatz an den Grenzen - 520 im Rahmen der Coronavirus-Pandemie, 134 aktuell bei Katastrophenhilfen im Inland. Im Ausland befinden sich 850 österreichische Soldatinnen und Soldaten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Juli 2021 um 15:05 Uhr.