Ausflügler sind zum Skifahren auf dem Kasberg in Grünau im Almtal unterwegs.  | dpa

Coronavirus in Österreich Andrang in den Wintersportgebieten

Stand: 27.12.2020 15:42 Uhr

Trotz des dritten Lockdowns in Österreich sind einige Wintersportgebiete geöffnet. Dort gab es bei strahlendem Sonnenschein am Wochenende so einen Andrang, dass einige Betreiber den Zutritt sperrten.

Großer Andrang in den geöffneten Skigebieten in Österreich: Am Wochenende gab es dort teilweise so lange Verkehrsstaus, dass einige die Notbremse zogen und den Zutritt sperrten. Das Bodental in Kärnten, das Winterwandern und Langlauf bietet, blieb nach dem Ansturm von Samstag am Sonntag geschlossen, ebenso die Rodelwiesen in Semmering rund 100 Kilometer südwestlich von Wien.

Die Skigebiete Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg in Oberösterreich waren am Sonntagmittag voll, Autos wurden an der Taleinfahrt abgewiesen. Am Samstag musste in Damüls in Vorarlberg rund 70 Kilometer südlich von Lindau am Bodensee eine große Menschenansammlung aufgelöst werden.

Viele Fahrzeuge und Hunderte Ausflügler

Das Gedränge in Damüls entstand wegen Schneemangels in benachbarten Gebieten, teilte Andreas Gapp, Chef der Vorarlberger Seilbahnen, mit. "Wir haben hieraus gelernt und werden schnellstmöglich unsere Konzepte anpassen." Ansonsten zog er aber eine positive Bilanz der Weihnachtstage. "Die Leute tragen die FFP2-Maske, halten Abstand und akzeptieren die Gastronomieregeln", sagte er.

Im Bodental und am Semmering waren es "massenhaft am Straßenrand parkende Fahrzeuge", die die Behörden alarmierten. Teils sei die Zufahrt von Feuerwehr- oder Rettungswagen behindert gewesen, hieß es. Hunderte Ausflügler seien unterwegs und die Corona-Abstandsregeln nicht mehr zu gewährleisten gewesen.

Zufahrten nun geschlossen

Semmering hatte am ersten Weihnachtstag noch vergeblich versucht, die Zahl der Rodler mit Absperrgittern zu begrenzen. Beide Gemeinden schlossen die Zufahrten am Sonntag ganz. Die Semmering-Hirschenkogel Bergbahnen fuhren aber weiter. Skigäste, die online gebucht hatten, konnten sie nutzen. Die Seilbahnen haben ihre maximale Gästeanzahl wegen der Corona-Abstandsregeln auf weniger als die Hälfte reduziert.

Salzburger Bergwelt: Lage entspannt

Die Salzburger Bergwelt sei gut besucht, aber die Lage entspannt, berichtete der Sprecher der Salzburger Seilbahnen, Erich Egger. Es handele sich vor allem um Tagesausflügler. Auf der Schmittehöhe seien am Sonntag etwa 3000 Gäste gewesen, verglichen mit bis zu 16.000 Gästen am Tag in vergangenen Jahren.

In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet - allerdings praktisch nur für Einwohner. Für Anreisende aus dem Ausland gilt eine zehntägige Quarantänepflicht, was die meisten Touristen abschreckt. Für alle Skifahrer über 14 Jahre, die Gondeln oder Lifte benutzen oder anstehen müssen, sind die besonders wirksamen FFP2-Masken als Mund- und Nasenschutz vorgeschrieben.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 27. Dezember 2020 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.