Blick auf einen Rettungsring auf dem Rettungsschiff  "Ocean Viking" | dpa

Einsatz im Mittelmeer "Ocean Viking" rettet 128 Menschen aus Seenot

Stand: 26.03.2022 12:42 Uhr

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" hat mehr als 120 Migranten von einem überfüllten Schlauchboot im Mittelmeer gerettet. Laut der Hilfsorganisation SOS Méditerrané seien zwei Menschen tot in dem Boot aufgefunden worden.

In einem weiteren Einsatz hat die "Ocean Viking" 128 Flüchtlinge aus Seenot im Mittelmeer gerettet. Die Männer, Frauen und Kinder seien am Freitag aus einem überfüllten Schlauchboot geholt worden, teilte die Hilfsorganisation SOS Méditerranée auf Twitter mit. Für zwei Menschen sei die Hilfe allerdings zu spät gekommen, sie seien tot auf dem Boot gefunden worden. Aufgrund der extremen Wetterbedingungen habe auch nur eine Leiche geborgen werden können.

Bereits am Donnerstag hatte die "Ocean Viking" die Rettung von 30 Menschen aus einem seeuntüchtigen Schlauchboot vor der libyschen Küste gemeldet.

Derzeit ist auch die "Sea-Eye 4" der deutschen Organisation Sea-Eye im zentralen Mittelmeer vor der libyschen Küste im Einsatz, um Migranten aus Seenot zu retten.

Flucht in oft seeuntauglichen Booten

Immer wieder wagen Schutzsuchende in oft seeuntauglichen und überfüllten Booten von Libyen aus, wo viele von ihnen Folter und andere Menschenrechtsverletzungen erleiden, die Überfahrt nach Europa. Es gibt auf dem Mittelmeer zurzeit keine staatlich organisierte Seenotrettungsmission.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2015 hat die Organisation SOS Méditerranée mehr als 34.800 Menschen aus Seenot gerettet. Das Mittelmeer ist laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt. 

Laut IOM sind seit Beginn dieses Jahres 348 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

In Italien verzeichnete das Innenministerium in diesem Jahr Stand Donnerstag mehr als 6500 in Booten angekommene Migranten. Der Wert liegt über dem aus demselben Zeitraum des Vorjahres (rund 6180). Unter den angekommenen Migranten waren 830 unbegleitete Minderjährige.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. März 2022 um 14:00 Uhr.