Nobelpreis-Medaille | picture alliance/dpa

Auszeichnung für Medizin Start in die Nobelpreis-Woche

Stand: 04.10.2021 07:09 Uhr

In dieser Woche werden die Nobelpreisträger verkündet - als erste die für Medizin. Mit Spannung wird erwartet, ob der Impfstoffhersteller BioNTech ausgezeichnet wird. Auch in der Kategorie "Frieden" gibt es mehrere Kandidaten.

Von Sofie Donges, ARD-Studio Stockholm

Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, diese eine Woche im Jahr, in der viele Menschen weltweit hoffen, den einen Anruf zu erhalten. Die Gewinnerinnen und Gewinner der Nobelpreise werden telefonisch informiert, kurz vor der Bekanntgabe. Wo es in diesem Jahr klingelt, weiß noch niemand, aber spekuliert wird natürlich, insbesondere über die Vergabe der Literatur- und Friedensnobelpreise.

Sofie Donges ARD-Studio Stockholm

Das Peace Research Institute in Oslo veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit möglichen Kandidaten. Dieses Mal auf Platz eins für die Kategorie Frieden: Die Organisation Reporter ohne Grenzen, ein Netzwerk für Presse- und Informationsfreiheit.

Der Direktor des Friedensforschungsinstituts Henrik Urdal wünscht sich eine Preisvergabe mit Signalwirkung: "In diesem Jahr wäre eine Auszeichnung einer pro-demokratischen Bewegung für Menschenrechte sehr wichtig. Es wäre ein Preis, der Diktatoren und Autokraten überall in der Welt warnen würde."

WHO und Impfinitiative Covax sind Kandidaten

Als weitere Favoriten für den Preis werden unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Impfinitiative Covax und sowie die belarussische Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja gehandelt. Auch Greta Thunberg steht wieder auf der Liste.

Für den Literatur-Nobelpreis werden meist bereits bekannte Namen genannt: Margaret Atwood, Ngugi wa Thiong'o und Haruki Murakami zum Beispiel. Dass es am Ende dann doch ganz anders kommen kann, zeigt die Verleihung im vergangenen Jahr als überraschend die Lyrikerin Louise Glück gewann.

Vorschläge einreichen dürfen nur Gremien, Forschende und Organisationen, die dafür extra eine Einladung erhalten. Alles streng geheim und Nominierungen werden für 50 Jahre unter Verschluss gehalten.

Die Nobelpreise hätten in diesem Jahr eine besondere Bedeutung, so der Vorsitzende der Nobelstiftung Vidar Helgesen: "Sie sind besonders wichtig, denn es gibt einen Krieg gegen die Wissenschaften. Fakten werden bestritten, Behörden fassen Beschlüsse und ignorieren wissenschaftliche Erkenntnisse. Der UN-Generalsekretär sagte kürzlich, wir müssen den Krieg gegen die Wissenschaften beenden. Wir müssen zu einem neuen Konsens kommen in Bezug auf Fakten, Forschung und Erkenntnissen."

Heute startet die Nobelwoche mit dem Preis für Medizin: Könnte es der deutsche Impfstoffhersteller BioNTech sein, fragen sich einige. Andere halten dagegen, das sei noch zu früh. Wie im letzten Jahr auch fällt die glanzvolle Verleihung der Nobelpreise in Stockholm aus.

Es sei nicht absehbar, wie sich die Pandemie entwickele und ob Menschen weltweit reisen könnten, so Vidar Helgesen, Vorsitzender der Nobelstiftung: "Im letzten Jahr haben wir die Erfahrung gemacht, dass einige digitale Elemente insgesamt mehr Aufmerksamkeit bekommen haben als die traditionellen Nobelfeierlichkeiten. Wir sind optimistisch, dass uns das auch in diesem Jahr wieder gelingt, sowohl hier in Stockholm als auch international."

Ob auch die Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo an Bildschirmen stattfinden muss, ist noch nicht entschieden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Oktober 2021 um 12:00 Uhr.