Der Kadaver eines Schweinswals, der an den Strand der Insel Schiermonnikoog gespült uwrde. | dpa

Niederländische Watteninseln Dutzende Tote Schweinswale angeschwemmt

Stand: 01.09.2021 21:40 Uhr

War es eine Krankheit oder brachten Sprengungen von Altmunition die Schweinswale um? Mehrere Kadaver wurden seit vergangener Woche an die Strände niederländischer Inseln gespült. Tierschützer sind in Sorge.

Dutzende tote Schweinswale sind auf den niederländischen Watteninseln angespült worden. Die hohe Zahl toter Tiere sei sehr ungewöhnlich und die Ursache noch nicht bekannt, teilte die niederländische Naturschutzorganisation "Natuurmonumenten" mit.

Dies lasse bei Tierschützern "alle Alarmglocken schrillen", sagte die Leiterin der Tierschutzorganisation SOS Dolphin, Annemarie van den Berg. Die Kadaver sind ihren Angaben zufolge alle ähnlich stark verwest. Experten gehen davon aus, dass die Tiere im Meer verendeten und dann ans Ufer getrieben wurden.

Spekulation über Ursache

Einige Wale wurden inzwischen zur Untersuchung in die Universität Utrecht gebracht. Dort sollen der Gesundheitszustand und der Mageninhalt der Tiere untersucht werden. Die Ursache der Massenstrandung sei aber bisher ein Rätsel, sagte die Meeresbiologin Lonneke IJsseldijk. Sie will eine Krankheit als Ursache nicht ausschließen. Sie untersucht einen Kadaver auf das Morbillivirus, das Delfine und Wale bedroht.

Die Naturaufseherin Cynthia Borras sagte, dass im Wattenmeer gerade an einem Windturbinenpark gearbeitet werde und es habe vor kurzem eine internationale Aktion der Marine zur Beseitigung alter Munition im Wattenmeer begonnen. Beides könnte das Leben der Wale demnach beeinträchtigen.

"Tödlicher Schalldruck"

In Deutschland sorgt sich die Vorsitzende des Vereins Schweinswale, Denise Wenger, um die Ursachen des Walsterbens. "Etliche Wale auf den Fotos wiesen Hämatome und für Fraßspuren untypische Hautdefekte auf. So war mein erster Gedanke, dass das eine Folge von Altmunitionssprengung sein könnte." Die hohe Zahl verendeter Wale spreche dafür, dass bei den aktuellen Minensprengungen keine Maßnahmen zum Schutz der Tiere vor dem tödlichen Schalldruck getroffen wurden.

Seit Jahren gibt es Bemühungen, die große Menge an Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg, die noch in der Nordsee liegen, unschädlich zu machen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 01. September 2021 um 17:15 Uhr.