Fußgängerzone von Venlo | dpa

Corona in den Niederlanden Kliniken in Grenzregion warnen vor Kollaps

Stand: 09.11.2021 15:51 Uhr

Fünf Krankenhäuser in der niederländischen Provinz Limburg haben wegen steigender Corona-Zahlen vor einer Katastrophe im Gesundheitswesen gewarnt. Es fehle Platz und Personal, um Erkrankte zu behandeln.

In den Niederlanden haben fünf Krankenhäuser wegen steigender Corona-Zahlen Alarm geschlagen. Die Krankenhäuser in den grenznahen Städten Maastricht, Heerlen, Weert, Roermond und Venlo können keine weiteren Corona-Patienten mehr aufnehmen.

Die Kliniken in der südniederländischen Provinz Limburg forderten die Regierung zu neuen Schutzmaßnahmen auf, da sie weder Platz noch Personal hätten, um weitere Covid-19-Erkrankte zu behandeln. "Wir steuern geradewegs auf eine Katastrophe im Gesundheitswesen zu, und das ganze System gerät ins Stocken", heißt es in einem Brief an Ministerpräsident Mark Rutte.

Eine Situation wie vor einem Jahr

In Limburg stehe das Gesundheitssystem demnach vor dem Infarkt. Die Situation sei nicht mehr zu bewältigen, so die Unterzeichner. Die Kliniken sind nach eigenen Angaben derzeit so ausgelastet wie beim harten Lockdown über Weihnachten 2020. Covid-Erkrankte könnten künftig nur noch versorgt werden, wenn andere Behandlungen wie etwa Krebstherapien und Operationen gestoppt würden.

Den anderen Regionen in den Niederlanden dürfte es bald ähnlich gehen, hieß es. Nötig seien nun unter anderem sofortige Auffrischungsimpfungen für Ältere und andere gefährdete Personen. Das Gesundheitsministerium will eigentlich erst im Dezember damit beginnen.

Die Infektionszahlen in den Niederlanden nähern sich wieder ihren Höchstwerten des vorigen Winters, obwohl bereits etwa 85 Prozent der Erwachsenen geimpft sind. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in den Niederlanden zuletzt bei einem Wert von 426.

Mit Informationen von Ludger Kazmierczak, ARD-Studio Den Haag