Moldaus Präsidentin Sandu nach der Stimmabgabe | dpa

Parlamentswahl in Moldau Pro-Europäische Partei setzt sich durch

Stand: 12.07.2021 18:04 Uhr

Die Wähler der Ex-Sowjetrepublik Moldau haben sich klar für den proeuropäischen Kurs ihrer Präsidentin Sandu ausgesprochen. Bei der Parlamentswahl erhielt ihre Partei mit 63 von 101 Sitzen die absolute Mehrheit.

Christina Nagel ARD-Studio Moskau

Bei der Parlamentswahl in Moldau hat sich die von Präsidentin Maria Sandu gegründete Partei Aktion und Solidarität (PAS) klar durchgesetzt. Nach dem jetzt vorliegenden vorläufigen Endergebnis entfielen auf die PAS-Partei knapp 53 Prozent der Stimmen.

Das Bündnis der Sozialisten und Kommunisten kam nach Angaben der Zentralen Wahlkommission auf rund 27 Prozent der Stimmen. Ebenfalls ins Parlament schaffte es die Partei des skandalumwitterten Oligarchen Ilan Schor. 63 der 101 Sitze im Parlament gehen an die Partei, die von Sandu gegründet wurde. Die PAS-Partei kann damit allein regieren.

Viele Moldauer hoffen, dass durch den eindeutigen Ausgang der Wahl die politische Krise überwunden werden kann und Präsidentin Sandu nun ihr Versprechen wahr macht und gegen Korruption und Armut vorgeht.

Gegenwind von mehreren Seiten

Leicht dürfte es für die Wirtschaftsexpertin trotz der Mehrheit im Parlament nicht werden: Einflussreiche Oligarchen werden versuchen, ihre Reformen - ob im Justiz oder im Wirtschaftsbereich - zu unterwandern. Auch Russland steht Sandus Kurs Richtung EU kritisch gegenüber. Moskau dürfte versuchen gegenzusteuern, auch mit Hilfe der Sozialisten unter Führung von Sandus Vorgänger, Igor Dodon. Er akzeptierte das Wahlergebnis, machte aber klar, dass er die Politik der neuen Regierung kritisch begleiten werde.

Igor Dodon bei einer Wahlkundgebung | EPA

Sandus Amtsvorgänger Dodon ist Anhänger einer russlandfreundlichen Politik. Bild: EPA

Die internationalen Wahlbeobachter zeigten sich im Großen und Ganzen zufrieden mit der Wahl. Es habe viel Konkurrenz gegeben. Der Wahltag sei weitgehend fair und frei verlaufen. Sorge bereite aber weiter die zum Teil intransparente Wahlkampffinanzierung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juli 2021 um 13:23 Uhr.