Moderna-Impfstoff wird aufgezogen | REUTERS

Corona-Impfungen EMA gibt Moderna für Jugendliche frei

Stand: 23.07.2021 17:01 Uhr

In den EU-Staaten kann ein weiteres Vakzin an Kinder und Jugendliche verimpft werden. Die EMA hat auch den Moderna-Impfstoff für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen freigegeben. Das Gesundheitsministerium begrüßte den Schritt.

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna kann nach einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA auch Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren gespritzt werden. Die Experten der EMA bewerteten die entsprechenden Daten von Studien positiv und machten den Weg frei für die Zulassung des Impfstoffes für 12- bis 17-Jährige. Die EU-Kommission muss dem noch zustimmen, das aber gilt als Formsache.

Das Präparat von Moderna mit dem Namen Spikevax wäre damit der zweite Corona-Impfstoff, der auch jungen Menschen verabreicht werden darf. Ende Mai war das Präparat von BioNTech/Pfizer auch für 12- bis 17-Jährige zugelassen worden. Der Impfstoff von Moderna ist bereits für Menschen ab 18 Jahren in der EU zugelassen. Ebenso wie Erwachsene können auch Minderjährige mit zwei Injektionen im Abstand von vier Wochen geimpft werden, teilte die EMA mit.

Studie mit mehr als 3700 Kindern

Die Wirksamkeit von Spikevax war nach Angaben der EMA in einer umfangreichen Studie mit mehr als 3700 Kindern und Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren untersucht worden. Daraus werde deutlich, dass das Präparat ebenso wirksam sei wie bei jungen Erwachsenen ab 18 Jahre. Der Hersteller selbst hatte zuvor in den USA den Impfstoff bei etwa 2500 Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren geprüft. Die Wirksamkeit lag dabei nach Angaben des Unternehmens bei 100 Prozent.

Auch die Experten der EMA bestätigten nun, dass das Präparat ebenso sicher und verträglich sei wie bei Erwachsenen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehörten Schmerzen und Schwellung an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Fieber. Die Symptome seien aber meist mild und würden nur wenige Tage andauern. Die bei Erwachsenen festgestellten sehr seltenen Nebenwirkungen wie Entzündung des Herzmuskels und Entzündung des Herzbeutels konnten den Experten zufolge angesichts der geringen Zahl der Versuchspersonen zwar nicht festgestellt werden. Doch gebe es keinen Zweifel an der Sicherheit des Präparates. Die Kontrolle auf mögliche Nebenwirkungen werde aber dauerhaft fortgesetzt, erklärte die EU-Behörde.

"Jede Impfung zählt"

Das Bundesgesundheitsministerium begrüßte die Freigabe. "Das ist eine gute Nachricht", erklärte eine Sprecherin. "Jede Impfung zählt - gerade jetzt, wo die Infektionszahlen wieder steigen." Auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren würden durch eine Impfung geschützt. Nun könnten die Länder denjenigen Kindern und Jugendlichen, die geimpft werden wollen, "noch schneller ein Impfangebot machen", so die Sprecherin.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder forderte die anderen Bundesländer auf, sich auf eine Schüler-Impfaktion zu einigen. Man könne nicht warten, bis die STIKO ihre zurückhaltende Meinung überdenke, erklärte Söder.

Sein Gesundheitsminister Klaus Holetschek äußerte die Hoffnung, dass die STIKO ihre Empfehlung erweitern werde. Mit der erwarteten Zulassung des Moderna-Impfstoffs seien dann "zwei hochwirksame Präparate auf dem Markt, mit denen wir unsere Impfkampagne auf weitere, bisher von der Impfung weitgehend ausgeschlossene Bevölkerungsgruppen ausweiten können", sagte der Minister den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

STIKO grenzt Empfehlung für Jugendliche ein

In Deutschland können Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren seit dem 7. Juni gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt dies allerdings nur bei bestimmen Vorerkrankungen oder anderen Risikofaktoren. Sie hat mit Verweis auf die bislang dünne Datenlage bislang noch keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen.

Da viele Erwachsene noch nicht geimpft sind und es weltweit nicht genügend Corona-Impfstoff gibt, ist die Immunisierung von Kindern umstritten: Kinder und Jugendliche leiden nur sehr selten unter schweren Covid-19-Erkrankungen. Andererseits kann ihre Impfung dazu beitragen, einen Gemeinschaftsschutz, die sogenannte Herdenimmunität, zu erreichen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Juli 2021 um 16:00 Uhr.