Das Rettungsschiff "Ocean Viking" liegt im Hafen von Porto Empedocle vor Anker. | dpa

Seenotrettung "Ocean Viking" darf in Sizilien anlegen

Stand: 19.02.2022 12:46 Uhr

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" mit 247 Menschen an Bord hat den sizilianischen Hafen Pozzallo angelaufen. Bei einer weiteren Seenotrettung im Mittelmeer nahm die "Sea-Watch 4" 121 Menschen auf.

Das Rettungsschiff "Ocean Viking" mit 247 Migranten an Bord hat den sizilianischen Hafen Pozzallo angelaufen. Dies teilte die Betreiberorganisation SOS Méditerranée per Twitter mit. Die Crew hatte die Menschen zu Beginn der Woche bei fünf Einsätzen binnen 48 Stunden an Bord genommen. Trotz des derzeit schlechten Wetters hätten die Menschen die Überfahrt unternommen, so die Organisation. Nach Angaben der Organisation wartete das Schiff seit Montag darauf, einen sicheren Hafen zugewiesen zu bekommen.

Zuletzt hatte die "Ocean Viking" Anfang der Woche 19 Menschen im Mittelmeer gerettet. Die Frauen, Kinder und Männer hätten versucht, das Meer bei winterlichen Bedingungen zu überqueren, "weil sie keinen anderen Ausweg haben", erklärte SOS Méditerranée. Ihre Rettung sei bald abgeschlossen.

"Sea-Watch 4" rettet 121 Menschen in Seenot

Unterdessen nahm die "Sea-Watch 4" bei einer Rettungsaktion 121 Menschen an Bord. In den frühen Morgenstunden habe das Seenotrettungsschiff ein Boot in Seenot gesichtet und Schnellboote für die Rettung der Menschen zu Wasser gelassen, erklärte die Organisation Sea-Watch auf Twitter. Die "Sea-Watch 4" war gestern in ihrem Einsatzgebiet, der libyschen Seenotrettungszone, angekommen.

Immer wieder wagen Flüchtlinge und Migranten in oft seeuntauglichen Booten von Libyen aus, wo ihnen Folter und andere Menschenrechtsverletzungen drohen, die Überfahrt nach Europa. Es gibt auf dem Mittelmeer zurzeit keine staatliche organisierte Seenotrettungsmission, einzig die Boote privater Hilfsorganisationen halten Ausschau nach in Seenot geratenen Flüchtlingen und Migranten.

Die Fahrt über das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres 151 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. 2021 waren es 2048 Menschen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Februar 2022 um 13:00 Uhr.