Die Leichen von verstorbenen Migranten sind im Hafen von Arguineguin zu sehen. | REUTERS

75 Kilometer vor Gran Canaria Acht Migranten bei Überfahrt gestorben

Stand: 14.11.2021 17:39 Uhr

Bei der Fahrt von Afrika in Richtung der Kanarischen Inseln sind acht Menschen ums Leben gekommen - ihr Boot trieb offenbar eine Woche ohne Antrieb im Meer. Vor der kalabrischen Küste konnten 500 Menschen aus zwei Booten gerettet werden.

Acht Migranten sind während der Überfahrt auf einem kleinen offenen Boot von Afrika zu den spanischen Kanareninseln gestorben. Die anderen 54 Bootsinsassen aus Ländern südlich der Sahara hätten gerettet werden können, teilte die Seenotrettung per Twitter weiter mit.

Jachtbesatzung entdeckte Boot

Das Boot sei am späten Samstagabend im Atlantik etwa 75 Kilometer südlich von Gran Canaria von einer französischen Jacht entdeckt worden, deren Besatzung die Behörden alarmierte. Ein Seenotrettungskreuzer habe die Überlebenden und die Leichen dann aufgenommen.

Drei der Menschen seien in einem so lebensbedrohlichen Zustand gewesen, dass sie von einem Hubschrauber von dem Seenotkreuzer abgeholt und in eine Klinik geflogen werden mussten. Von den anderen hätten weitere neun nach der Ankunft im Hafen von Arguineguín im Südwesten Gran Canarias ärztliche Behandlung benötigt. Wie lange das Boot schon unterwegs war, war zunächst nicht bekannt. Allerdings sei es seit etwa einer Woche ohne Antrieb gewesen, teilte die Seenotrettung mit.

Seit Jahresbeginn wagten nach UN-Angaben 17.500 Menschen in kleinen Booten die Überfahrt über den offenen Atlantik aus Afrika zu den Kanaren und damit in die EU. Wie viele dabei unterwegs gestorben sind, ist unbekannt.

500 Menschen vor kalabrischer Küste gerettet

Vor der Küste der süditalienischen Region Kalabrien konnten laut italienischen Behörden mehr als 500 Bootsmigranten von der Küstenwache gerettet und in den Hafen von Roccella Ionica gebracht werden. In der Nacht zu Sonntag seien rund 300 Ägypter und Syrer mit einem Fischerboot der rauen See ausgeliefert gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Am späten Sonntagmorgen rettete die Finanzpolizei ein weiteres Boot mit mehr als 200 Männern und unbegleiteten Minderjährigen, die überwiegend aus Ägypten und Syrien stammten. In diesem Jahr erreichten Stand Freitag bislang rund 57.800 Migranten in Booten Italien. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es etwa 31.200.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. November 2021 um 20:00 Uhr.