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Recherchen von Caruana Galizia Millionenbuße für Bank auf Malta

Stand: 01.09.2021 15:25 Uhr

Die maltesische Pilatus Bank soll eine Millionenstrafe zahlen. Sie sei an dubiosen Transaktionen beteiligt gewesen, so die zuständige Finanzaufsicht. Bereits Recherchen der ermordeten Journalistin Caruana Galizia hatten Geldwäsche nahegelegt.

Eine maltesische Bank, zu der die 2017 ermordete Journalistin Daphne Caruana Galizia recherchierte, ist wegen dubioser Finanzaktivitäten mit einer Millionenstrafe belegt worden. Die Pilatus Bank stand im Zentrum der Nachforschungen von Caruana Galizia. Das Institut soll bei Hunderten Millionen Euro aus verdächtigen Transaktionen weggeschaut haben, wie Ermittler herausfanden.

Die maltesische Einheit für Finanz-Aufklärung (FIAU) verhängte eine Strafe von rund 4,9 Millionen Euro gegen die Bank. Im November 2018, also mehr als ein Jahr nach dem Mord an Caruana Galizia bei der Explosion einer Autobombe, wurde das Geldhaus geschlossen.

Undurchsichtige Transaktionen über Pilatus-Konten

Die Investigativ-Journalistin und Bloggerin Caruana Galizia schrieb umfangreich über das Geldinstitut und warf ihm vor, unter anderem für Diktatoren Geld zu waschen. Im Zusammenhang mit dem Mord läuft seit Jahren ein Prozess, in dem sich einer von drei Angeklagten schuldig bekannte. Mitverwickelt soll auch ein reicher Geschäftsmann sein, dem vorgeworfen wird, den Mord finanziert zu haben.

Eine Vereinigung von Journalistinnen und Journalisten, die Caruana Galizias Arbeit fortsetzten, enthüllte im April 2018, dass die führende Elite Aserbaidschans ein Netzwerk aus 50 Firmen, die Konten bei der Bank hatten, nutzte, um Millionen-Summen in Europa zu bewegen.

In dem FIAU-Bericht listeten die Prüfer eine Reihe ernster und systemischer Fehler auf. Daraus ergebe sich eine völlige Missachtung für Maßnahmen gegen Geldwäsche seitens der Bank. In rund 97 Prozent der untersuchten Fälle hatte die Bank demnach veraltete Informationen. In 86 Prozent der Fälle gab die Bank Überweisungen ohne angemessene Überprüfungen frei.