Ein Strand auf Mallorca | dpa

Mallorca nicht mehr Risikogebiet Noch lange kein normaler Urlaub

Stand: 14.03.2021 07:48 Uhr

Kurz vor Beginn der Osterferien fällt die Reisewarnung für Mallorca und weitere Urlaubsziele in Spanien und Portugal. Damit wird das Reisen dorthin zwar bequemer - die frühere Normalität ist aber noch lange nicht zurück.

Urlaub auf Mallorca ist wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich. Zwei Wochen vor Beginn der Osterferien in den meisten Bundesländern ist die beliebteste Insel der Deutschen seit Mitternacht kein Corona-Risikogebiet mehr. Die Bundesregierung hatte am Freitag entschieden, alle Balearen-Inseln, mehrere Regionen auf dem spanischen Festland, Teile Portugals und Dänemarks sowie die Bahamas in der Karibik wegen sinkender Infektionszahlen von der Risikoliste der Robert Koch-Instituts (RKI) zu streichen. Auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts gilt für diese Gebiete nun nicht mehr. Die Bundesregierung rät aber weiterhin von "nicht notwendigen, touristischen Reisen" ab.

Entscheidend für die Streichungen von der Risikoliste ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, die in den betroffenen Regionen unter 50 gefallen ist. In Deutschland liegen derzeit alle Bundesländer darüber. Der Wert für die Balearen betrug am Freitag dagegen 21,3.

Weiter PCR-Test nötig

Allerdings müssen sich Deutsche, die nach Mallorca fliegen wollen, nach wie vor auf einem Online-Portal des spanischen Gesundheitsministeriums anmelden. Der Registrierungscode wird am Flughafen kontrolliert. Mindestens stichprobenhaft kontrollieren die Behörden bei der Einreise auch, ob ein negativer PCR-Test vorliegt, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Wer ohne gültigen Test erwischt wird, muss mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 3000 Euro rechnen.

Auf den Balearen selbst gelten unterschiedliche Einschränkungen. Reisen nach Formentera und Ibiza sind zur Zeit gar nicht möglich. In der Öffentlichkeit gilt grundsätzlich eine allgemeine Maskenpflicht, auch bei Strandspaziergängen beispielsweise. Nur, wenn man auf dem Strandtuch liegt, oder beim Sport darf die Maske abgelegt werden.

Bars und Diskos bleiben zu

Leichte Lockerungen gibt es inzwischen jedoch, so dürfen Restaurants und Kneipen auf Mallorca nun auch in den Innenräumen wieder Plätze anbieten, bis zu 30 Prozent der sonst erlaubten. Draußen darf die Hälfte der Plätze besetzt werden, mit maximal sechs Personen pro Tisch. Auch an den Tischen muss Maske getragen werden, wenn man nicht etwas isst oder trinkt. Weiter geschlossen sind Nachtbars und Diskotheken und es gilt eine allgemeine Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr.

Auch für Gebiete auf dem spanischen Festland werden Reisewarnungen aufgehoben: für die Küstenregionen Valencianische Gemeinschaft und Murcia mit den beliebten Urlaubszielen wie Benidorm, Calpe, Javea und Denia, außerdem im Landesinneren für die Extremadura, La Rioja und Kastilien-La Mancha.

TUI will schnell Hotels öffnen

Und auch in der gesamten Nordhälfte Portugals (Regionen Norte und Centro) inklusive Porto fallen die Reisebeschränkungen. Portugal galt bisher noch als Virusvariantengebiet mit besonders strengen Regeln. Die besonders beliebte Südküste Algarve, die Atlantikinsel Madeira und die Hauptstadt Lissabon gelten nun wieder als "normales" Risikogebiet. Wer von dort nach Deutschland einreist, muss auch künftig zehn Tage in Quarantäne, die man aber mit einem negativen Test nach fünf Tagen verkürzen kann. Außerdem wird ein erster Test spätestens 48 Stunden nach Einreise fällig.

Auf den spanischen Inseln hatten die neuen Einstufungen der Bundesregierung am Freitag Jubel ausgelöst. Die wirtschaftliche Lage auf Mallorca ist derzeit dramatisch. Die Tourismus-Branche auf den Balearen hat in normalen Jahren einen Anteil von 35 Prozent am Regionaleinkommen. 2020 war aber die Zahl der Urlauber um 87,4 Prozent auf 1,7 Millionen eingebrochen. Mit der Aufhebung der Reisebeschränkungen soll die Wende kommen. TUI hat bereits angekündigt, erste große Hotels auf Mallorca ab dem nächsten Wochenende zu öffnen und dann auch Flüge von Hannover, Frankfurt und Düsseldorf anzubieten.

Mit Informationen von Reinhard Spiegelhauer, ARD-Studio Madrid

Über dieses Thema berichtete am 14. März 2021 Inforadio um 09:09 Uhr und Deutschlandfunk um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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Moderation 14.03.2021 • 12:13 Uhr

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