Smog über Mailand (Archivbild) | dpa

EU-Umweltagentur Sauberere Luft würde Tausende Leben retten

Stand: 15.11.2021 02:03 Uhr

Nach Angaben der EU-Umweltagentur hätten 2019 rund 178.000 Todesfälle verhindert werden können, wenn alle EU-Staaten die WHO-Richtwerte zur Luftqualität eingehalten hätten. Die Analyse zeigt aber auch, dass die Luft immer besser wird.

Eine verbesserte Luftqualität würde nach Angaben von Umweltexperten etliche vorzeitige Todesfälle aufgrund von Schadstoffbelastung verhindern. Wie die EU-Umweltagentur EEA mitteilte, starben im Jahr 2019 schätzungsweise 307.000 Menschen in der Europäischen Union vorzeitig durch die Belastung ihrer Umgebungsluft mit Feinstaub (PM2.5), darunter Zehntausende in Deutschland.

Mehr als die Hälfte dieser vorzeitigen Todesfälle in der EU - etwa 178.000 oder 58 Prozent - hätten theoretisch verhindert werden können, hätten alle EU-Mitgliedstaaten die neuen Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO eingehalten.

Die WHO hatte ihre empfohlenen Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft im September deutlich strenger gefasst. Das, was die Organisation für gesundheitlich vertretbar hält, liegt damit noch deutlicher unter den auch in Deutschland derzeit geltenden EU-Richtwerten.

40.400 Tote durch Stickstoffdioxid-Belastung

Den Angaben zufolge waren im Jahr 2019 neben den 307.000 vorzeitigen Todesfällen aufgrund von Feinstaub 40.400 weitere auf chronische Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) sowie 16.800 mit bodennahem Ozon (O3) zurückzuführen.

Zusammengezählt werden sollten diese Werte wegen möglicher Doppelzählungen nicht. Im Falle von Deutschland gibt die Umweltagentur diese Zahlen mit 53.800, 6000 und 3350 an.

Zahl der Toten seit Jahren rückläufig

Die in Kopenhagen ansässige EEA unterstrich in einer umfassenden Analyse aber auch, dass die Luftqualität in Europa 2019 besser als 2018 gewesen sei. 2018 hatte die Behörde die Zahl der Toten mit 346.000 angegeben. Der Rückgang um mehr als zehn Prozent ist laut EEA zum Teil auf günstige Wetterbedingungen, aber hauptsächlich auf die anhaltende Verbesserung der Luftqualität in Europa zurückzuführen.

Zu Beginn der 1990er-Jahre starben in den 27 EU-Ländern jährlich fast eine Million Menschen frühzeitig. Bis 2005 ging diese Zahl dann bereits auf 450.000 zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. November 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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schabernack 15.11.2021 • 18:32 Uhr

18:16 von Sisyphos3

«die höchsten Feinstaubbelastungen in Stuttgart wurden nicht am Neckartor gemessen, auch nicht entlang der Radwege sondern in den U Bahnstationen Da fahren nicht viele Autos rum und auch kein Bike :-) was mag da nur Schuld sein.» Schuld sind die Tunnel bei der U-Bahn, und der deswegen fehlende Luftaustausch. Die fahrenden Züge machen zwar einen Luftstrom, und Ventilation gibt es mancherorts da drin auch. Das ist aber nicht zu vergleichen mit den Luftströmungen außerhalb der Tunnel.