Sebastian Kurz | AP

Streit über EU-Bestellung Kurz will andere Impfstoffverteilung

Stand: 24.03.2021 09:10 Uhr

Österreichs Kanzler Kurz fordert zusammen mit weiteren Ländern eine Neuverteilung von Impfstoffen in der EU. Die momentane Verteilung würde Mitgliedsstaaten zweiter Klasse schaffen.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz pocht weiter auf eine Änderung der Impfstoff-Verteilung in Europa. Er werde das Thema bei Beratungen mit seinen EU-Kollegen zur Sprache bringen, falls es bis dahin keine Lösung gebe, sagte der konservative Regierungschef der "Welt".

So hätten die Staats- und Regierungschefs im Januar vereinbart, den Impfstoff zur gleichen Zeit nach dem Bevölkerungsschlüssel anteilsmäßig auszuliefern, sagte Kurz. "Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die Auslieferung der Impfstoffe nicht nach Bevölkerungsschlüssel, sondern nach Bestellmenge erfolgt."

Ohne Korrektur führe dies dazu, dass einige Mitgliedstaaten die sogenannte Herdenimmunität bereits Ende Mai erreichten, andere Länder hingegen erst im späten Sommer oder zum Jahresende hin. "Wir können aber kein Interesse daran haben, dass sich die Kluft innerhalb der EU bei der Durchimpfung der Bevölkerung immer mehr vergrößert und wir somit Mitgliedsstaaten zweiter Klasse schaffen", so Kurz.

Deutschland ist gegen Neuverteilung

Deutschland ist gegen die von Österreich und anderen Ländern geforderte Neuverteilung von Impfstoffen in der EU. Das hatte Europa-Staatssekretär Michael Roth bereits klargemacht. Er sagte, Österreich und einige andere Staaten hätten die ihnen nach Bevölkerungsgröße zustehenden Impfstoffkontingente nicht ausgeschöpft.

Diese Mengen seien anderen EU-Ländern angeboten worden. Es gebe keine Veranlassung, das Verteilungsverfahren zu ändern. Auch Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien hatten sich Österreichs Beschwerde angeschlossen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. März 2021 um 14:00 Uhr.