Autofahrer im Kosovo entfernt einen Aufkleber von seinem Kfz-Kennzeichen | EPA

Kosovo und Serbien einig Streit um Kennzeichen vorerst beigelegt

Stand: 24.11.2022 00:24 Uhr

Der Streit über die Nutzung serbischer Kfz-Kennzeichen im Kosovo hatte zuletzt für Spannungen und Gewalt gesorgt. Nun einigten sich beide Seiten unter Vermittlung der EU auf eine Teillösung des Konflikts.

Der Kosovo und Serbien haben im Streit über die Nutzung serbischer Autokennzeichen einen Kompromiss gefunden. "Wir haben eine Vereinbarung", schrieb der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Abend auf Twitter nach einer von der EU organisierten Verhandlungsrunde beider Seiten in Brüssel.

Die Chefunterhändler des Kosovos und Serbiens hätten sich auf Maßnahmen geeinigt, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Nach Borrells Angaben wird Serbien aufhören, Nummernschilder mit Bezug auf kosovarische Städte zu vergeben. Umgekehrt wird demnach der Kosovo keine weiteren Maßnahmen im Zusammenhang mit der Ummeldung von Fahrzeugen mit alten serbischen Kennzeichen ergreifen. Borrell rief beide Seiten dazu auf, in den nächsten Tagen weitere Schritte zu besprechen.

Spannungen hatten zuletzt zugenommen

Die im Kosovo lebenden Serben erkennen die staatlichen Einrichtungen dort nicht an. Nahezu alle ethnischen Serben in einem kompakten serbischen Siedlungsgebiet im Norden des Kosovos nutzen in Serbien ausgestellte Kfz-Kennzeichen aus der Zeit, als die Region noch zu Serbien gehörte. Mittlerweile sind diese ungültig und die Regierung des Kosovos beharrte auf einem Wechsel der betreffenden Kennzeichen. Aus Protest gegen die Regelung hatten zu Monatsbeginn nahezu alle serbischstämmigen Beamten der kosovarischen Polizei den Dienst quittiert.

Serben, die den geforderten Kennzeichenwechsel ablehnen, werden von der serbischen Regierung unterstützt, die die im Jahr 2008 ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovos nicht anerkennt. 115 Länder weltweit, darunter die meisten EU-Staaten, erkennen den Kosovo dagegen als unabhängigen Staat an.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. November 2022 um 00:00 Uhr.