Ein Teil des brasilianischen Amazonas-Regenwalds steht neben Sojafeldern (Archivbild November 201)9: | dpa

UN-Klimakonferenz Gemeinsamer Beschluss gegen Abholzung

Stand: 02.11.2021 03:15 Uhr

Jede Minute geht auf der Welt eine Waldfläche in der Größe von 27 Fußballfeldern verloren. Auf der Klimakonferenz haben sich nun mehr als 100 Länder dazu verpflichtet, die Entwaldung bis zum Jahr 2030 zu stoppen.

Auf dem Weltklimagipfel in Glasgow haben sich mehr als 100 Staaten dazu verpflichtet, die Zerstörung von Wäldern und anderen Landschaften bis 2030 zu stoppen. Dies erklärte die britische Regierung, die der UN-Konferenz vorsitzt.

Die beteiligten Länder, darunter Deutschland und die gesamte EU, repräsentieren demnach 85 Prozent der weltweiten Waldfläche - also etwa 34 Millionen Quadratkilometer. Nach Daten des World Resources Institute schrumpften diese 2020 um 258.000 Quadratkilometer, eine Fläche größer als die von Großbritannien.

Mit dabei sind auch die Staaten mit den größten Wäldern weltweit: Kanada, Russland, Brasilien, Kolumbien, Indonesien sowie China, Norwegen und die Demokratische Republik Kongo. Für das Vorhaben werden demnach bis 2025 etwa zwölf Milliarden US-Dollar (rund 10,3 Milliarden Euro) an öffentlichen Geldern mobilisiert. Hinzu kommen 7,2 Milliarden US-Dollar private Investitionen.

27 Fußballfelder pro Minute

Wälder gelten als die Lunge des Planeten, sie nehmen etwa ein Drittel der jährlich vom Menschen ausgestoßenen CO2-Emissionen auf. Doch sie schrumpfen bedenklich, wie es in der Mitteilung hieß: Jede Minute gehe eine Fläche von etwa 27 Fußballfeldern verloren.

Der britische Premierminister Boris Johnson sprach von Wäldern als "Kathedralen der Natur" und erklärte: "Sie sind unverzichtbar für unser Überleben." Mit der geplanten Verabschiedung der Selbstverpflichtung zum Waldschutz habe die Menschheit die Chance, vom "Eroberer" zum Hüter der Natur zu werden, so Johnson.

Der Präsident Indonesiens, Joko Widodo, sagte laut der Mitteilung, sein Land sei gesegnet mit viel Regenwald. Seine Regierung verpflichte sich, diese als "natürliches Kapital" zu beschützen.

Greenpeace: "Ein weiteres Jahrzehnt der Entwaldung"

Die britische Regierung bezeichnete das Vorhaben als beispiellos. Allerdings hatten die Teilnehmer eines UN-Klimatreffens in New York bereits 2014 angekündigt, die Entwaldungsrate bis 2020 zu halbieren und die Entwaldung bis 2030 zu stoppen. Dennoch geht die Abholzung in industriellem Maßstab ungebremst weiter, nicht zuletzt im Amazonas-Regenwald in Brasilien.

Die Naturschutzorganisation Greenpeace kritisierte die Initiative: Damit werde praktisch grünes Licht gegeben "für ein weiteres Jahrzehnt der Entwaldung".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. November 2021 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.