Eine vertrocknete Sonnenblume lässt auf einem Feld in Sachsen ihren Kopf hängen.  | Sebastian Kahnert/zb/dpa

Strategie der EU-Kommission Besser wappnen gegen den Klimawandel

Stand: 24.02.2021 14:14 Uhr

Waldbrände, Hitze, Dürreperioden - die Folgen des Klimawandels kosten Europa Milliarden. Die Kommission hat nun eine Strategie vorgelegt, wie sich die EU besser auf die veränderten Bedingungen einstellen kann.

Die Auswirkungen der Erderwärmung sind immer deutlicher zu spüren. Aus Sicht der EU-Kommission muss sich Europa jedoch noch viel gezielter gegen Hitze, Stürme und andere Folgen des Klimawandels wappnen. Kommissionsvize Frans Timmermans hat nun eine Strategie vorgelegt. Damit soll die Anpassungsfähigkeit gestärkt und die Anfälligkeit für Klimaauswirkungen minimiert werden.

Vorbereiten auf die "unvermeidlichen Auswirkungen"

Die Eckpunkte der Strategie lauten: mehr Wissen über die Klimafolgen, genauere Einschätzung der Risiken; schneller reagieren; den internationalen Partnern verstärkt helfen.

Die Corona-Krise zeige, welche schlimmen Folgen unzureichende Vorbereitung habe, erklärte Timmermans. "Es gibt keinen Impfstoff gegen die Klimakrise, aber wir können ihn bekämpfen und uns auf die unvermeidlichen Auswirkungen vorbereiten"

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans | REUTERS

Kommissionsvize Frans Timmermans bei der Vorstellung seiner Anpassungsstrategie Bild: REUTERS

Wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe

Denn auch die wirtschaftlichen Schäden durch Folgen des Klimawandels werden immer größer. Nach Angaben der Kommission liegen sie in der EU derzeit bei durchschnittlich zwölf Milliarden Euro. Würde die Erwärmung nicht wie geplant unter zwei Grad gestoppt, sondern stiege auf drei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, würden die Verluste auf mindestens 170 Milliarden Euro pro Jahr wachsen, rechnete die Kommission vor.

Im vergangenen Jahr war die Naturkatastrophe mit den weltweit meisten Toten die europäische Hitzewelle: Dabei starben 2500 Menschen. Mit den Wetterextremen hätten beispiellose Waldbrände, verheerende Dürren und Wirbelstürme zugenommen. Auch eine nie gekannte Ausbreitung von Borkenkäfern in Mittel- und Osteuropa zählt die Kommission zu den bereits spürbaren Folgen des Klimawandels.

Neben Forschung auch konkrete Anpassung

Die Anpassung an Hitzewellen oder den Anstieg des Meeresspiegels müsse sich auf solide Daten stützen, so Timmermans. Dazu soll die bestehende Wissensplattform Climate-Adapt zum zentralen Ort des Austausches ausgebaut werden. Außerdem soll die Anpassung systematischer verfolgt werden, indem sie auf allen Verwaltungsebenen, in Gesellschaft und Wirtschaft gefördert wird.

Schließlich geht es in der Strategie um die konkrete Maßnahmen wie die Schaffung neuer Grünflächen, um Hitzewellen besser zu ertragen. Auch die Kanalisation soll mit Blick auf Überflutungen besser ausgebaut werden. In der Land- und Forstwirtschaft will die Kommission unter anderem die Erzeugung und Verbreitung von Saatgut für besser an das neue Klima angepasste Pflanzen vorantreiben.

"Wenn wir uns heute vorbereiten, können wir die Welt von morgen noch immer klimaresilient machen", so Timmermans. Aus diversen EU-Töpfen stünden Milliardensummen zur Verfügung. Bei der Vergabe aller Gelder und Projekte auf EU-Ebene solle fortan die Anpassung an den Klimawandel berücksichtigt werden, sagte der Niederländer. Denn "eine Investition, die den Klimarisiken nicht Rechnung trägt, ist eine verlorene Investition".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Februar 2021 um 18:40 Uhr.