Ein Mädchen vor einer Schule in Kampala, Uganda. (Archivbild: 07.06.2013) | picture alliance / dpa

Folgen der Pandemie 55 Millionen Kinder ohne Unterricht

Stand: 29.10.2021 15:08 Uhr

Depressionen, Angstzustände und Vereinsamung - das sind bei vielen Kindern die Folgen der pandemiebedingten Schulschließungen. Hilfsorganisationen fordern deshalb ein schnellstmögliche Öffnung der Schulen weltweit.

Knapp zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie fällt der Unterricht immer noch für 55 Millionen Kinder aus. Das geht aus einem Bericht der internationalen Organisation UNESCO hervor. Demnach sind in 14 Ländern die Schulen komplett geschlossen und in mehreren Staaten nur zum Teil geöffnet, etwa in Indonesien, Mexiko und Australien. Hilfsorganisationen fordern, den Unterricht für alle Kinder wieder zu ermöglichen.

Seit eineinhalb Jahren keine Schule

Uganda ist das letzte afrikanische Land, in dem Bildungseinrichtungen derzeit komplett geschlossen sind. Dort solle der Schulbesuch ab Januar wieder ermöglicht werden, berichtete die Zeitung "Daily Monitor". In dem ostafrikanischen Land sind die Klassenräume seit eineinhalb Jahren leer. Auch in vielen anderen afrikanischen Ländern waren die Schulen nach Beginn der Corona-Pandemie monatelang dicht. Allerdings findet der Unterricht laut UNESCO in den meisten Teilen Afrikas wieder statt.

Außer in Uganda sind die Schulen derzeit unter anderem noch in Kuba, Sri Lanka und auf den Philippinen wegen der Pandemie komplett geschlossen. Auf dem südamerikanischen Kontinent sind die Bildungseinrichtungen in den meisten Ländern zum Teil geöffnet. In Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien mussten Kinder und Jugendliche monatelang auf den Unterricht verzichten.

"Wir können nicht länger warten"

Die Pressesprecherin von UNICEF, Christine Kahmann, forderte, die noch geschlossenen Schulen schnellstmöglich zu öffnen. "Wir können nicht länger warten", sagte sie der Nachrichtenagentur epd. Die Nachteile, die Kinder durch Schulschließungen erleiden, könnten möglicherweise nie wieder aufgeholt werden. Vor allem für benachteiligte Kinder seien Schulen auch ein Schutzraum, in dem sie beispielsweise die einzige warme Mahlzeit am Tag bekämen. Vor allem landesweite Schließungen ohne Rücksicht auf das regionale Infektionsgeschehen müssten vermieden werden.

Die Hilfsorganisation "Save the Children" warnte mit Blick auf die UNESCO-Zahlen vor einem "Anstieg psychischer Ausnahmezustände". Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte, trotz steigender Infektionszahlen die Schulen in Europa nicht wieder zu schließen. "Die Unterbrechung der Ausbildung der Kinder sollte der letzte Ausweg sein."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. September 2021 um 06:05 Uhr.