Vulanausbruch auf der Kanareninsel La Palma | obs

Nach Vulkanausbruch Erdbeben erschüttert La Palma

Stand: 07.10.2021 17:14 Uhr

Die Bewohner La Palmas kommen nicht zur Ruhe. Nach dem Vulkanausbruch vor zweieinhalb Wochen hat nun ein sehr heftiger Erdstoß die Insel erschüttert. Ein neuer Lavastrom ergoss sich zudem über bislang verschonte Plantagen.

Ein Erdbeben der Stärke 4,3 hat die Kanareninsel La Palma erschüttert. Es war der heftigste Erdstoß seit dem Vulkanausbruch vor zweieinhalb Wochen, teilte das spanische Seismologische Institut mit.

Das Beben sei von vielen der 85.000 Einwohner La Palmas gespürt worden, obwohl es in rund 35 Kilometer Tiefe stattgefunden habe. Es stelle deshalb keine große Gefahr auch bezüglich der Vulkanaktivität dar, sagten von Medien zitierte Experten. Schäden wurden vorerst nicht gemeldet.

Die Karte zeigt die Insel La Palma mit dem Lavastrom aus einem Vulkan des Cumbre Vieja, Kanarische Inseln.

Menschen in Eile in Sicherheit gebracht

Laut der Regionalbehörden entstand zudem ein Nebenstrom der Lava. Bisher verschonte Flächen seien dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden. Plantagenarbeiter und Wissenschaftler wurden möglichst schnell in Sicherheit gebracht.

Die Lava hat seit Beginn des Ausbruchs nach amtlichen Angaben mehr als 1000 Gebäude zerstört. Etwa 6000 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. In der Landwirtschaft und an der Infrastruktur gibt es große Schäden.

Flugverkehr unterbrochen

Wegen der Vulkanasche ist der Flugverkehr zur Insel für unbestimmte Zeit unterbrochen, wie der Flughafen-Betreiber Aena mitteilte. Die Fluggesellschaften Binter und Canaryfly hatten schon am Vortag angekündigt, dass sie die Insel vorerst nicht mehr anfliegen würden.

Reisenden bleibt damit nur der Seeweg. Die Fähren sind etwa vier Stunden bis zur nächst größeren Nachbarinsel Teneriffa unterwegs, wo der Flugverkehr normal läuft.

Auf der Insel seien zwischen 60 und 80 Prozent der Hotelbuchungen für Oktober storniert worden, beklagte der spanische Abgeordnete des Europaparlaments, Jose Ramon Bauza. Er schrieb auf Twitter: "La Palma ist eine sichere Insel, auf der nur zehn Prozent der Fläche von dem Vulkan betroffen sind, und die Reiseverbindungen sind sicher."

Warnung vor Asche-Splittern

Die Behörden riefen Menschen in der Nähe des Vulkans auf, wegen des Ascheregens möglichst zuhause zu bleiben und im Freien eine FFP2-Maske und eine Schutzbrille zu tragen.

Bei der Asche handelt es sich um kleine Splitter erkalteten Magmas, die der Vulkan in die Luft geschleudert hat und die auf der Haut wie feine Nadelstiche zu spüren sind, wie die Zeitung "La Vanguardia" berichtete.

Der Vulkan im Süden der Insel, die bei Touristen bisher weniger bekannt war als andere Kanareninseln wie Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria oder Lanzarote, brach am 19. September erstmals seit 50 Jahren wieder aus. Wie lange er aktiv bleiben würde, konnten Vulkanologen nicht sagen. Es könne Monate dauern, hieß es.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Oktober 2021 um 13:00 Uhr.