Blick auf den geschlossenen und leeren Flughafen auf der Kanarischen Insel La Palma. | AFP

Ascheregen über La Palma Flughafen stellt Betrieb ein

Stand: 07.10.2021 14:26 Uhr

Die Kanaren-Insel La Palma kämpft weiter mit den Folgen des Vulkanausbruchs: Wegen Asche auf dem Rollfeld musste der Airport geschlossen werden - erneut wurden alle Flüge gestrichen. Erreichbar ist die Insel nur noch mit der Fähre.

Der Flugverkehr auf die spanische Ferieninsel La Palma ist wegen neuer Vulkanasche-Wolken unterbrochen worden. Die Betreibergesellschaft Aena des Flughafens auf der Kanareninsel teilte mit, der Airport habe den Betrieb einstellen müssen. Dieser könne erst wieder öffnen, wenn die Rollbahnen gereinigt seien. Die Schließung werde aber "vielleicht nicht lange dauern".

Die Fluggesellschaften Binter und Canaryfly hatten schon gestern angekündigt, dass sie die Insel ab Donnerstag vorerst nicht mehr anfliegen würden. Damit bleibt Reisenden nur der Seeweg. Die Fähren sind etwa vier Stunden bis zur nächstgrößeren Nachbarinsel Teneriffa unterwegs, wo der Flugverkehr zuletzt normal lief.

Tourismusbranche leidet

Bereits am 25. September musste der Flughafen der Kanaren-Insel geschlossen werden, allerdings nur für einen Tag. Am 29. September wurde der Flugverkehr wieder aufgenommen. Seit drei Wochen kommt es immer wieder zu Eruptionen, die sich auch auf die örtliche Tourismusbranche auswirken.

Auf der Insel seien zwischen 60 und 80 Prozent der Hotelbuchungen für Oktober storniert worden, beklagte der spanische Abgeordnete des Europaparlaments, Jose Ramon Bauza. Der Tourismusbeauftragte von La Palma, Raul Camacho, betonte die Bedeutung des Tourismus, der Inselbewohnern angesichts der Verluste durch den Vulkan eine neue Perspektive bieten könne. "La Palma ist eine sichere Insel, auf der nur zehn Prozent der Fläche von dem Vulkan betroffen sind, und die Reiseverbindungen sind sicher", schrieb er auf Twitter.

Die Karte zeigt die Insel La Palma mit dem Lavastrom aus einem Vulkan des Cumbre Vieja, Kanarische Inseln.

FFP2-Masken und Schutzbrillen

Wissenschaftler erklärten, der Verlauf des Ausbruchs sei unberechenbar. In den vergangenen Tagen habe sich eine Beruhigung abgezeichnet, doch werfe der Vulkan weiterhin Lava aus. Die Behörden riefen Menschen in der Nähe des Vulkans auf, wegen des Ascheregens möglichst zuhause zu bleiben und im Freien eine FFP2-Maske und eine Schutzbrille zu tragen.

Bei der Asche handele es sich um kleine Splitter erkalteten Magmas, die der Vulkan in die Luft geschleudert hat und die auf der Haut wie feine Nadelstiche zu spüren seien, wie die Zeitung "La Vanguardia" berichtete.

Tausende wurden in Sicherheit gebracht

Der Vulkan im Süden der Insel La Palma, die bei Touristen bisher weniger bekannt ist als andere Kanareninseln wie Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria oder Lanzarote, war am 19. September erstmals seit 50 Jahren wieder ausgebrochen. Wie lange er aktiv bleiben würde, konnten Vulkanologen nicht sagen. Es könne Monate dauern, hieß es.

Die Lava hat seit Beginn des Ausbruchs nach amtlichen Angaben mehr als 1000 Gebäude zerstört. Rund 6000 Menschen der insgesamt 85.000 Einwohner wurden in Sicherheit gebracht - Tote oder Verletzte gab es nicht. In der Landwirtschaft und an der Infrastruktur gibt es große Schäden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Oktober 2021 um 13:00 Uhr.