Ein Impfstofffläschchen vor dem Firmenschriftzug Johnson & Johnson | REUTERS

Nach EMA-Freigabe Johnson & Johnson setzt Marktstart fort

Stand: 20.04.2021 20:29 Uhr

Nach der Freigabe durch die EU-Arzneimittelbehörde setzt Johnson & Johnson die Auslieferungen seines Corona-Impfstoffes fort. Davon profitiert auch Deutschland, das auf mehr als 36 Millionen Impfdosen wartet.

Der US-Hersteller Johnson & Johnson will die Markteinführung seines Corona-Impfstoffes in Europa fortsetzen. Das teilte das Unternehmen mit, nachdem die EU-Arzneimittelbehörde EMA grünes Licht für das Präparat gegeben hatte. Der Pharmakonzern hatte vor einer Woche erklärt, den Marktstart in Europa zunächst zu verzögern, weil es Berichte über Sinusvenenthrombosen in den USA gebe.

"Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen, die unsere Produkte benutzen, ist unsere höchste Priorität", sagte Paul Stoffels, Chef-Wissenschaftler bei Johnson & Johnson. Die Lieferungen in die EU sowie nach Norwegen und Island würden wieder gestartet. Der Beipackzettel des Impfstoffs werde aktualisiert, zudem sollten auch die Mitarbeiter der medizinischen Einrichtungen, in denen der Wirkstoff verwendet werde, speziell informiert werden.

EMA hält Impfstoff für sicher

Zuvor hatte die EMA bestätigt, dass der Impfstoff zwar tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen könne. Doch die Möglichkeit von Blutgerinnseln bei einer zugleich sehr niedrigen Zahl von Blutplättchen werde nur als seltene Nebenwirkung registriert. In den meisten Fällen ging es nach Angaben der Experten um Frauen unter 60 Jahre. Daher bekräftigte die Behörde, dass die Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern, höher zu bewerten seien als die Risiken von Nebenwirkungen.

Es war bereits das zweite Mal, dass die EMA einen Corona-Impfstoff nach der Zulassung erneut prüfte. Auch beim Wirkstoff von AstraZeneca hatte es Hirnvenenthrombosen gegeben. Auch hier hatte die EMA an ihrer Bewertung festgehalten, dass der Impfstoff sicher sei.

36,7 Millionen Impfdosen für Deutschland

In der EU war die Auslieferung des Vakzins von Johnson & Johnson erst in der vergangenen Woche angelaufen. Zahlreiche EU-Staaten folgten der Empfehlung des Herstellers, vor der Nutzung zunächst das Gutachten der EMA-Experten abzuwarten. Die EU-Kommission hat bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt.

Davon sollen 36,7 Millionen Impfdosen nach Deutschland geliefert werden und die Impfungen so beschleunigen. Bundesweit sind Meldedaten zufolge inzwischen 20,2 Prozent der Bevölkerung mindestens ein Mal geimpft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte.

Demnach wurden etwa 16,8 Millionen Menschen ein Mal geimpft, weitere rund 5,6 Millionen haben den vollen Impfschutz mit einer zweiten Dosis bekommen. Zehn der 16 Bundesländer haben bereits die 20-Prozent-Marke bei den Erstimpfungen erreicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. April 2021 um 18:31 Uhr.