Eine Ampulle und eine Verpackung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson. | dpa

EU-Arzneimittelbehörde prüft Thrombose durch Johnson & Johnson-Vakzin?

Stand: 09.04.2021 16:25 Uhr

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA geht einem möglichen Zusammenhang zwischen Thrombosefällen und dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson nach. Die Behörde betonte aber, dass dieser noch keineswegs nachgewiesen sei.

Nach dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca steht auch das Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson unter Verdacht, gefährliche Thrombose-Fälle auszulösen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft nach eigenen Angaben vier Fälle, in denen nach einer Impfung ernsthafte Blutgerinnsel aufgetreten sein sollen. Einer der Fälle sei tödlich verlaufen.

Zusammenhang noch nicht nachgewiesen

Die EMA betonte in einer Stellungnahme, es sei noch vollkommen unklar, ob ein Zusammenhang mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson bestehe. Die EU-Behörde hatte zuletzt festgestellt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Thrombosefällen und dem AstraZeneca-Impfstoff gebe. Dies ist allerdings sehr selten - die EMA gibt die Häufigkeit gemeldeter Zwischenfälle von Blutgerinnseln im Gehirn mit ungefähr einem pro 100.000 Fällen an und empfiehlt daher weiter die uneingeschränkte Verwendung des Vakzins. Mehrere Staaten, darunter auch Deutschland, haben die Verwendung des AstraZeneca-Impfstoffs für bestimmte Altersgruppen aber eingeschränkt.

Johnson & Johnson-Einsatz ab Mitte April

Das Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist dort aber im Gegensatz zu den USA noch nicht im Einsatz. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Wirkstoff ab dem 19. April geliefert wird. Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als bei den anderen Impfstoffen ist hier nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig.

Mögliche weitere Erkrankung bei AstraZeneca

Neben Thrombosen prüft die EMA nun auch, ob eine Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin eine weitere Erkrankung auslösen kann. In fünf möglichen Fällen sei das sogenannte Kapillarlecksyndrom aufgetreten. Bei dieser sehr seltenen Gefäßerkrankung ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, so dass Plasma austritt und es zu Ödemen und einem Blutdruckabfall kommen kann.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. April 2021 um 16:00 Uhr.