Suella Braverman beim Verlassen von 10 Downing Street (Archivbild) | AFP

Kandidaten für Johnson-Nachfolge Auch Braverman ist raus

Stand: 14.07.2022 18:10 Uhr

Bei der zweiten Abstimmung zur Johnson-Nachfolge ist Generalstaatsanwältin Braverman ausgeschieden. Am besten schnitt erneut Ex-Finanzminister Sunak ab. Doch das könnte bei der nächsten Abstimmung ganz anders aussehen.

Das Feld der Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson ist auf nunmehr fünf geschrumpft. In einer zweiten Abstimmungsrunde der Tory-Abgeordneten landete die Generalstaatsanwältin für England und Wales, Suella Braverman, mit 27 Stimmen auf dem letzten Platz und schied damit aus dem Rennen aus.

Wie schon in der ersten Abstimmung am Mittwoch - bei der das Feld der Kandidierenden von acht auf sechs geschrumpft war - kam erneut der kürzlich zurückgetretene Finanzminister Rishi Sunak auf den ersten Platz. Er erhielt nun 101 Stimmen. Auf dem zweiten Platz folgte erneut Außenhandels-Staatssekretärin Penny Mordaunt, für die 83 Parlamentarier stimmten. Dahinter lagen Außenministerin Liz Truss mit 64 Stimmen, die frühere Gleichberechtigungsministerin Kemi Badenoch (49) und der Abgeordnete Tom Tugendhat (32).

Der Ton wird rauer

Der Wahlgang sei ein "starkes Vertrauensvotum" für Sunak, sagte dessen ehemaliger Kabinettskollege Matt Hancock dem Sender Sky News. Allerdings bedeutet die klare Führung Sunaks noch keine Vorentscheidung. Erwartet wird, dass Bravermans Unterstützer nun für Außenministerin Truss oder Ex-Staatssekretärin Badenoch stimmen, die ebenfalls dem rechten Lager zugeordnet werden.

Die Bewerberinnen und Bewerber liegen bei vielen Themen allerdings nicht allzu weit auseinander. So zweifelt niemand den Brexit an, zu umstrittenen Plänen der Johnson-Regierung herrscht Einigkeit. Alle kündigen - wie vom Gros der Partei gefordert - Steuersenkungen an.

Allerdings wurde der Ton rauer. Unmittelbar vor der Abstimmung sprach der frühere Brexit-Minister David Frost seiner einstigen Stellvertreterin Mordaunt, die als Favoritin der Parteibasis gilt, die Fähigkeit zum Regieren ab. Frost sagte dem Sender Talk TV: "Ich hatte das Gefühl, dass sie die Details nicht beherrschte, die bei den Verhandlungen im letzten Jahr notwendig waren."

Stichwahl soll am Mittwoch geklärt sein

Die nächsten Abstimmungen in der Fraktion mit 358 Mitgliedern sind für kommende Woche geplant. Am Mittwoch soll dann klar sein, zwischen welchen beiden Bewerbern die Parteimitglieder in einer Stichwahl entscheiden. Das Ergebnis - und damit die Nachfolge von Johnson als Partei- und Regierungschef - soll spätestens am 5. September feststehen.

Johnson war am vergangenen Donnerstag durch eine parteiinterne Revolte zum Rücktritt als Parteivorsitzender gezwungen worden, was auch das Aus für sein Regierungsamt bedeutete. Er will aber noch bis zur Bestimmung des Nachfolgers im Amt bleiben.