Ein Impfstofffläschchen vor dem Firmenschriftzug Johnson & Johnson | REUTERS

Corona-Impfstoff Johnson & Johnson beantragt EU-Zulassung

Stand: 16.02.2021 17:25 Uhr

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat bei der Europäischen Arzneimittelagentur die Zulassung seines Corona-Impfstoffs beantragt. Eine Entscheidung darüber könnte bis Mitte März getroffen werden.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat die Zulassung seines Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union beantragt. Das teilte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) mit. Demnach ging bei ihr ein Antrag auf "bedingte Zulassung" von der europäischen Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson ein. Eine Entscheidung darüber könnte bis Mitte März getroffen werden.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte den Schritt des Herstellers. Die EU-Kommission werde eine Zulassung gewähren, sobald die EMA eine positive wissenschaftliche Bewertung abgegeben habe, erklärte von der Leyen.

Nur eine Injektion nötig

Bislang sind in der EU die Vakzine von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca zugelassen. Johnson & Johnson hatte vor knapp zwei Wochen bereits einen Antrag auf Notfallzulassung seines Impfstoffs in den USA gestellt.

Schafft das Vakzin die Zulassung, wird das die Impfkampagne nach Angaben von Experten deutlich vereinfachen: Im Gegensatz zu den anderen Impfstoffen ist bei Johnson & Johnson nur eine Injektion nötig. Die Wirksamkeit ist allerdings etwas geringer. Nach Zwischenergebnissen seiner klinischen Tests hatte der Hersteller bekannt gegeben, dass der Impfstoff vier Wochen nach Verabreichung einen 66-prozentigen Schutz vor mittleren oder schweren Covid-19- Krankheitsverläufen biete.

Die Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen wurde mit 85 Prozent angegeben. Die Werte liegen etwas unter denen der Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna, gelten aber immer noch als gut.

Impfstoff nutzt verändertes Adenovirus

Nach Angaben der EMA bereitet der Impfstoff den Körper darauf vor, sich selbst gegen Covid-19 zu wehren. Das Vakzin nutze dafür ein sogenanntes Adenovirus, das so verändert worden sei, dass das Gen zur Produktion eines sogenannten Sars-Cov-2-Spike-Proteins enthalten sei. Dieses Gen werde in die Körperzellen geschleust. Diese nutzten das Gen zur Produktion des Spike-Proteins. Das wiederum rege die Produktion von Antikörpern an und aktiviere die Abwehr durch weiße Blutkörperchen.

Die Europäische Kommission hat bereits 200 Millionen Dosen des Wirkstoffes von Johnson & Johnson bestellt, mit einer Option für 200 Millionen weitere. Demnach könnten bei einer Zulassung 100 Millionen Dosen bis Juni geliefert werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. Februar 2021 um 18:04 Uhr.