Ein italienisches Polizeiauto

Spionage-Vorwurf Italien nimmt russischen Diplomaten fest

Stand: 31.03.2021 13:54 Uhr

Nach Bulgarien und den Niederlanden hat nun auch Italien einen russischen Diplomaten wegen mutmaßlicher Spionage festgenommen. Er soll mit einem Kapitän beim Austausch eines Dokuments gegen Geld erwischt worden sein.

Die italienische Polizei hat einen Fregatten-Kapitän und einen russischen Diplomaten wegen mutmaßlicher Spionage festgenommen. Ihnen würden "schwere Verbrechen im Zusammenhang mit Spionage und der Staatssicherheit" vorgeworfen, teilte die Polizei mit.

Die beiden namentlich nicht genannten Personen seien am Abend zuvor dabei erwischt worden, ein Dokument gegen Geld getauscht zu haben. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge sollen auch NATO-Unterlagen unter den Dokumenten sein, die der Kapitän an den russischen Vertreter übergeben habe. Das italienische Außenministerium teilte mit, der russische Botschafter Sergej Rasow sei einbestellt worden. Seine Botschaft erklärte der Nachrichtenagentur RIA zufolge, man hoffe, der Vorfall werde die bilateralen Beziehungen nicht belasten.

Mehrere Spionage-Vorwürfe gegen Russland

Unterstützung erhielt Italien vom britischen Außenminister Dominic Raab. Der Politiker teilte auf Twitter mit, dass Großbritannien solidarisch zu Italien und der Festnahme stehe.

Der Vorfall ist der jüngste in einer Serie von Spionage-Vorwürfen europäischer Staaten gegen Russland. Bulgarien hatte am 19. März entsprechende Anklagen gegen sechs eigene Staatsbürger bekanntgegeben. Im Dezember verwiesen die Niederlande zwei russische Diplomaten wegen mutmaßlicher Spionage des Landes.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. März 2021 um 13:00 Uhr.