Außenbereich eines Restaurants in Rom | EPA

Lockerungen in Italien Pasta und Espresso nur draußen

Stand: 16.04.2021 17:58 Uhr

Mit dem Frühling kommen vorsichtige Lockerungen in Italien: Zumindest im Außenbereich dürfen Restaurants in Regionen mit moderaten Infektionswerten Ende des Monats wieder öffnen. Ob das die aufgebrachten Gastronomen besänftigt?

Italien will seine Anti-Corona-Maßnahmen Ende des Monats lockern. Das hat Ministerpräsident Mario Draghi nach einer Sitzung der Regierung angekündigt. Kernpunkt der Lockerungen: Vom 26. April an soll es in Regionen mit moderaten Infektionswerten wieder möglich sein, in Restaurants zu essen - allerdings nur im Außenbereich. Auch Open-Air-Kinos und -Theater sollen wieder Besucher empfangen dürfen. Zudem dürfen sich die Menschen wieder zwischen den Regionen frei bewegen.

Plan für schrittweise Öffnungen

Gesundheitsminister Roberto Speranza kündigte zudem an, dass es einen Plan mit weiteren Öffnungen für die kommenden Wochen und Monate etwa für Schwimmbäder, Sportstudios und Messen geben werde. Es handele sich um ein verantwortbares Risiko, sagte Draghi: "Mit der heutigen Entscheidung ist die Regierung bewusst ein Risiko eingegangen, das auf der Verbesserung der Daten beruht."

Infektionszahlen sind rückläufig

Die Infektionszahlen in Italien gehen seit mehr als zwei Wochen zurück, wenn auch nur langsam. Aktuell ist die Sieben-Tage-Inzidenz von 185 auf 182 gesunken, der RT-Wert zur Ansteckungsgeschwindigkeit auf 0,85 zurückgegangen. Angesichts dieser Werte appellierte Draghi an die Menschen, mit den Lockerungen verantwortungsvoll umzugehen und die Abstandsregeln weiterhin strikt einzuhalten.

Die Öffnungen werden für sogenannte gelbe Regionen gelten, in denen das Infektionsgeschehen gering und die Situation in den Krankenhäusern gut ist. Die Einteilung in gelbe, orange und rote Zonen wird in Italien von der Regierung anhand von rund zwei Dutzend Kriterien vorgenommen. Ein Großteil der Regionen hofft, aufgrund zurückgehender Infektionsraten Ende des Monats gelbe Zone zu sein - und damit von den in Aussicht gestellten Lockerungen profitieren zu können.

Menschen in Rom protestieren gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung | AFP

Bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung kam es wie hier am 6. April in Rom zu Zusammenstößen mit der Polizei. Bild: AFP

Gastronomen protestierten in Rom

In Italien hat es in den vergangenen Wochen immer wieder Proteste gegen die Lockdown-Maßnahmen gegeben. Besonders die Restaurantbesitzer hatten gehofft, dass sie in den moderaten Zonen wieder die Innenbereiche öffnen können. Zuletzt hatten am Montag in Rom unter anderem Bar- und Restaurantbesitzer versucht, zum Regierungssitz zu marschieren. Am vergangenen Samstag hatten Ladenbesitzer in Neapel protestiert.

Mit Informationen von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 16. April 2021 um 18:33 Uhr.