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Raumstation ISS Maurer von Außeneinsatz zurückgekehrt

Stand: 23.03.2022 22:07 Uhr

Der deutsche Astronaut Maurer ist wieder an Bord der ISS. Nach sieben Stunden im All stieg er mit seinem US-Kollegen Chari in die Raumstation. Maurer hatte bei seinem Einsatz mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Nach sieben Stunden im All ist der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer von seinem erstem Außeneinsatz auf die Raumstation ISS zurückgekehrt. Die US-Astronauten Kayla Barron, Thomas Marshburn und Mark Vande Hei halfen den beiden beim Einstieg. Noch im Raumanzug reckte Maurer seine Arme jubelnd etwas in die Höhe, obwohl es Komplikationen gegeben hatte.

Zunächst hatte eine lockere Kamera an seinem Helm, die dann mit Draht provisorisch befestigt wurde, die Arbeiten vorübergehend verzögert. Danach verhedderte er sich zwischenzeitlich in seinen Halteseilen, konnte sich aber mit Hilfe von Anweisungen aus dem Kontrollzentrum wieder befreien. Nach der Rückkehr wurde schließlich entdeckt, dass etwas Wasser in seinem Helm war.

Keine Gefahr für Maurer

Wieviel sich dort gesammelt hatte, war zunächst nicht klar. Maurer sei aber "bei guter Gesundheit" und "nicht in Gefahr" gewesen, hieß es von der NASA. Der Vorfall solle untersucht werden. Maurers Kollegen auf der ISS begutachteten und dokumentierten zunächst den Helm und weitere Teile des Raumanzuges. In Charis Helm hatte sich der NASA zufolge kein Wasser angesammelt.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an den italienischen Astronauten Luca Parmitano. Als der 2013 auf der ISS stationiert war sammelte sich bei einem Außeneinsatz so viel Wasser in dessen Helm, dass er fast ertrunken wäre.

Kühlsystem wurde repariert

Gemeinsam mit Chari war Maurer in 400 Kilometern Höhe ausgestiegen, um an der Außenhülle der Station neue Schläuche an einem Kühlsystem anzubringen, eine Kamera auszutauschen sowie Strom- und Datenverbindungen an der externen europäischen Forschungsplattform "Bartolomeo" zu setzen. "Wir bewundern eure Hartnäckigkeit und danken euch für eure Arbeit", lobte die NASA-Kontrollstelle in Houston die beiden Raumfahrer.

Der 52-Jährige Maurer ist der zwölfte Deutsche im All und der vierte auf der ISS. Er war am 11. November mit drei Kollegen der US-Raumfahrtbehörde NASA in einem US-Raumschiff zur ISS geflogen, wo er noch bis Ende April bleiben soll.

Roskosmos lässt Zukunft der ISS offen

Am Sonntag hatte die Crew der ISS Verstärkungen bekommen. Drei Kosmonauten dockten mit ihrem Raumschiff vom Typ Sojus MS-21 an die Raumstation an. Ende März sollen jene zwei Kosmonauten, die schon früher auf der ISS ankamen, mit ihrem US-Kollegen in einer russischen Sojus-Raumkapsel zur Erde zurückkehren

Da die USA und Europa im Zuge des Angriffskriegs gegen die Ukraine Sanktionen gegen Russland verhängt haben, ist die Zusammenarbeit schwer belastet. Beide Seiten betonen allerdings, die ISS zunächst weiter betreiben zu wollen. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte zuletzt allerdings die Zukunft der ISS nach Auslaufen des Vertrags 2024 offen gelassen.

OHB muss Satelliten-Starts streichen

Aufgrund der Invasion in der Ukraine sind bereits Folgen auf anderen Gebieten der Raumfahrt spürbar. So musste der Raumfahrt-Konzern OHB aus Bremen den Transport der Navigationssatelliten Galileo ins All für dieses Jahr absagen. Das kündigte Vorstandschef Marco Fuchs auf einer Bilanzpressekonferenz an. "In diesem Jahr fallen die Starts mit den Sojus-Raketen aus", sagte Fuchs.

Insgesamt seien noch zehn Satelliten der ersten Generation am Boden. Diese müssten nun erstmal eingelagert werden. Da die Ariane 6-Rakete noch nicht ganz fertig sei, wolle der Konzern Alternativen prüfen. Im Gespräche seien eventuelle Starts mit der amerikanischen SpaceX oder der indischen Trägerrakete PSLV. "Ich glaube aber nicht, dass es möglich ist, das ganz kurzfristig zu realisieren", sagte Fuchs.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. März 2022 um 16:00 Uhr.