Israelische Sicherheitskräfte beobachten, wie Palästinenser einen Kontrollpunkt nach Jerusalem überqueren. | AFP

Jerusalem Ausschreitungen bei Al-Aksa-Moschee

Stand: 29.04.2022 10:05 Uhr

Auf dem Tempelberg in Jerusalem hat es erneut Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischer Polizei gegeben. Bei den Ausschreitungen vor dem Morgengebet in der Al-Aksa-Moschee wurden Dutzende Menschen verletzt.

Bei erneuten Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstrierenden und der israelischen Polizei auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem sind nach Angaben von Rettungskräften Dutzende Menschen verletzt worden. Der palästinensische Rote Halbmond meldete 42 Verletzte. Von ihnen seien 22 in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die israelische Polizei erklärte, "Randalierer" hätten auf dem Moschee-Gelände mit Steinen und Feuerwerkskörpern geworfen, unter anderem in Richtung der Klagemauer. Demnach waren mehrere Hundert Menschen, darunter auch Vermummte, beteiligt. Die Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas und Gummigeschossen, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Augenzeugen berichtete.

Die Polizei sei gezwungen gewesen, den Bereich zu betreten und die Unruhen zu beenden. Drei Personen seien festgenommen worden. "Wir werden weiterhin entschlossen gegen Randalierer und Gesetzesbrecher vorgehen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten", heiß es in einer Mitteilung der Polizei. Nach dem Morgengebet beruhigte sich die Lage.

Wiederholte Zusammenstöße am Tempelberg

Die Al-Aksa-Moschee ist das drittwichtigste Heiligtum des Islams. Sie steht auf einem Tempelberg, einem Heiligtum der Jüdinnen und Juden. Das Gelände ist seit langem ein Brennpunkt des israelisch-palästinensischen Konflikts. Zuletzt hatte es dort wiederholt Zusammenstöße gegeben. In den vergangenen zwei Wochen wurden bei Ausschreitungen auf dem Moschee-Gelände mehr als 250 Palästinenser verletzt.

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Nach einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Jüdinnen und Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten.

Anschläge mit 14 Todesopfern

Seit Ende März wurden zudem bei mehreren Anschlägen in Israel 14 Menschen getötet. Bei Einsätzen der israelischen Sicherheitskräfte unter anderem im besetzten Westjordanland wurden Dutzende Menschen getötet, unter ihnen mehrere mutmaßliche Attentäter. Befürchtet wird, dass die Spannungen den Nahost-Konflikt weiter eskalieren lassen könnten.

Im vergangenen Jahr hatten Unruhen in Jerusalem einen elftägigen bewaffneten Konflikt zwischen der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen und der israelischen Armee zur Folge, in dessen Verlauf mehr als 250 Menschen getötet wurden. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. April 2022 um 12:00 Uhr.