Flagge IAEA | dpa

Streit um Atomprogramm IAEA und Iran einig bei Kameraüberwachung

Stand: 12.09.2021 12:39 Uhr

Der Iran erlaubt der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), neue Speicherkarten an den Überwachungskameras in seinen Nuklearanlagen zu installieren. Ende Februar hatte das Land den Zugang zu den Aufnahmen beschränkt.

Die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) hat mit dem Iran eine Übereinkunft bei der Überwachungstechnik der iranischen Nuklearanlagen erreicht. Dies teilten der Iran und die IAEA in einer gemeinsamen Erklärung in Wien mit. Der Iran gestattet es demnach den Inspektoren der IAEA, neue Speicherkarten an Überwachungskameras in seinen Nuklearanlagen zu installieren.

"Wir haben uns über den Austausch der Speicherkarten aus den Kameras der Behörde geeinigt", wird der Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Eslami, von der halbamtlichen Nachrichtenagentur ILNA zitiert. Eslami hatte sich zuvor zu Gesprächen mit IAEA-Chef Rafael Grossi in der Hauptstadt Teheran getroffen. Diese seien konstruktiv verlaufen. Grossi werde schon bald wieder zu Gesprächen in Teheran erwartet, hieß es.

Iran schränkte Zugang für IAEA-Inspektoren ein

Der Iran hatte IAEA-Inspektoren seit Ende Februar den Zugang zu Überwachungsaufnahmen beschränkt. Die Behörde wertete das als ernsthafte Schwächung der Kontrolle. Westliche Staaten haben vor dem Treffen der IAEA-Führung in der kommenden Woche deshalb gefordert, den Iran wegen mangelnder Zusammenarbeit zu rügen.

Seit April wird versucht, das Atomabkommen wiederzubeleben, das den Iran vom Bau von Kernwaffen abhalten soll. Die USA waren unter Ex-Präsident Donald Trump einseitig ausgestiegen und hatten Sanktionen gegen den Iran verhängt. Dieser begann daraufhin, gegen die Auflagen der Vereinbarung zu verstoßen. US-Außenminister Antony Blinken hatte zuletzt gewarnt, die Zeit für eine Wiederbelebung des Abkommens werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. September 2021 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.