Überflutungen durch die Maas in Roermond | AFP

Belgien und Niederlande Kritische Lage in den Grenzregionen

Stand: 17.07.2021 14:49 Uhr

Mit Hochwasser haben auch Nachbarländer Deutschlands zu kämpfen. In Belgien kamen durch das Unwetter bisher mindestens 24 Menschen ums Leben. In den Niederlanden fliehen Tausende vor den Wassermassen.

Nach den heftigen Unwettern ist in Belgien die Zahl der Todesopfer auf mindestens 24 gestiegen. 20 Menschen werden nach den Überschwemmungen im Osten des Landes noch vermisst, wie das Innenministerium in Brüssel mitteilte. Regierungschef Alexander De Croo rief für Dienstag einen nationalen Tag der Trauer aus.

"Wir warten immer noch auf die endgültigen Zahlen", sagte De Croo bei einer Pressekonferenz. "Aber dies könnten die katastrophalsten Überschwemmungen sein, die unser Land je gesehen hat." Vielerorts sei die Lage weiterhin "extrem kritisch".

Am stärksten betroffen ist die Region Lüttich in Grenznähe zu Deutschland und den Niederlanden. Alleine in den Gemeinden Verviers und Pepinster wurden bislang mindestens zehn Leichen geborgen. Im an der Vesdre gelegenen Pepinster stürzten rund zwanzig Häuser ein, wie Bürgermeister Philippe Godin sagte.

König Philippe und Königin Mathilde mit Herve Jamar, Gouverneur der Provinz Lüttich | dpa

Der belgische König Philippe und Königin Mathilde besuchten die betroffenen Region. Bild: dpa

In die Maas bei Lüttich münden die meisten Flüsse im Süden und Osten Belgiens, unter anderem die Ourthe und die Vesdre. Die an diese Flüsse angrenzenden Gemeinden sind seit Mittwoch überschwemmt.

Niederländer fliehen vor der Flut

Im Süden der Niederlande verließen Tausende Menschen ihre Häuser und brachten sich in Sicherheit. Unter anderem ist die Stadt Venlo mit rund 100.000 Einwohnern von Überschwemmungen betroffen. Ein Großteil der Stadt soll evakuiert werden, teilte die Verwaltung mit. Zuvor hatten Familien in der Stadt Meerssen und deren Umgebung wegen eines Deichbruchs ihre Häuser verlassen müssen. Notfalldienste warnten, die Wassermassen drohten mehrere Dörfer zu überschwemmen.

Ministerpräsident Mark Rutte erklärte das Hochwasser in der Provinz Limburg im Süden des Landes zu einer nationalen Katastrophe. Hunderte Feuerwehrleute und Soldaten versuchten, Deiche zu verstärken und Einwohner wegzubringen.

Helfer mit Sandsäcken in Venlo | dpa

Bild: dpa

In der Gemeinde Valkenburg, die in der Nähe der deutschen und belgischen Grenze liegt, wurde das Stadtzentrum überflutet. Etliche Pflegeheime mussten geräumt werden, mindestens eine Brücke wurde zerstört. Bei Maastricht rissen die Fluten ein Loch in den Deich eines Kanals. Zwar kam es oft nicht zu den befürchteten verheerenden Überflutungen, die Wassermassen richteten aber Schäden an. Die Flüsse Maas und Rur hatten nach Angaben lokaler Behörden bereits am Donnerstag Rekordpegel erreicht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juli 2021 um 09:00 Uhr.