Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel.  | dpa

UN-Report Klarer Trend zur globalen Erwärmung

Stand: 31.10.2021 16:00 Uhr

Die vergangenen Jahre waren deutlich wärmer als alle Jahre zuvor - so der aktuelle Report der UN-Wetterorganisation. Zwar war 2021 etwas kühler als 2020 - am Trend zur Erwärmung ändere das allerdings nichts. Mit allen drastischen Folgen.

Die vergangenen sieben Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen - das teilte die Wetterorganisation der Vereinten Nationen (WMO) zum Auftakt des Klimagipfels im schottischen Glasgow mit. Allerdings war 2021 - zumindest bis jetzt - im Durchschnitt etwas kühler als die vorgangegangenen. Den Grund dafür sehen die Forscher vor allem im Wetterphänomen "La Niña" Anfang des Jahres, das einen Abkühlungseffekt mit sich gebracht hatte.

Am langjährigen Trend zur Erwärmung ändert dies allerdings nicht: Auf Basis der Messungen bis Ende September geht die WMO in diesem Jahr von einer globalen Durchschnittstemperatur von 1,09 Grad über dem Niveau von 1850 bis 1900 aus. Das bislang wärmste Jahr war 2016, mit plus 1,2 Grad. Auch 2019 und 2020 lagen in der Größenordnung. Die Unterschiede zwischen den drei Jahren waren so minimal, dass eine Rangordnung nicht möglich ist. Die WMO errechnet immer einen Durchschnitt der Daten von Messstationen aus aller Welt.

Meeresspiegel steigt schneller

Die Wissenschaftler beobachten außerdem einen stärkeren Anstieg des Meeresspiegels, begleitet von einer weiteren Zunahme der Wassertemperaturen. Zwischen 1993 und 2002 betrug der jährliche Anstieg 2,1 Millimeter, zwischen 2013 und 2021 4,4 Millimeter. Der Meeresspiegelanstieg geht zurück auf Eisschmelze und die Ausdehnung des Salzwassers durch Erwärmung. Zudem versauern die Meere: Der Oberflächen-pH-Wert der offenen Ozeane sei heute so niedrig wie seit mindestens 26.000 Jahren nicht mehr, so die WMO. Damit sinkt die Fähigkeit der Meere, klimaschädliches CO2 zu speichern.

Hitzewelle, Überschwemmungen, Dürren

Extremwetter-Ereignisse waren 2021 weltweit sicht- und spürbar: So regnete es erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen am höchsten Punkt des grönländischen Eisschildes - eigentlich schneit es dort. Im Westen der USA und Kanadas brachte eine Hitzewelle Temperaturen, die teils bis zu sechs Grad über den vorherigen Rekorden lagen. Folge waren auch massive Gletschereisverluste. Die Masse schrumpfte 2015 bis 2019 fast doppelt so schnell wie 2000 bis 2004. Im Mittelmeerraum meldeten Tunesien, Sizilien, Spanien und die Türkei Hitzerekorde. Dazu kamen verheerende Waldbrände. In China und in Europa - etwa in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz - gab es heftige Regenfälle und Überschwemmungen. Südamerika erlebte das zweite Jahr in Folge schwere Dürre.

Der jährliche Report "State of the Climate" führt die Erkenntnisse mehrerer UN-Organisationen, nationaler Wetterdienste und Wissenschaftler zusammen. UN-Generalsekretär António Guterres erklärte, der Bericht veranschauliche, "wie der Planet sich vor unseren Augen verändert". Die Wissenschaft liefere klare Fakten, nun müssten die Regierungen ebenso klare Maßnahmen ergreifen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 16. September 2021 um 15:37 Uhr.