In einer Gemeinde in Lappland mehr als 100 Kilometer nördlich des Polarkreises scheint bei Nacht die Sonne. | picture alliance/dpa/Lehtikuva

Bis zu 33,6 Grad Celsius Rekordhitze im Norden Finnlands

Stand: 07.07.2021 08:56 Uhr

Eigentlich ist der äußerste Norden Finnlands nicht für Hitzewellen bekannt. Doch im Moment macht die Region Lappland Schlagzeilen: Seit mehr als 100 Jahren waren die Temperaturen nicht mehr so hoch wie jetzt.

33,6 Grad Celsius: Eine so hohe Temperatur haben finnische Meteorologen seit mehr als 100 Jahren nicht mehr in Lappland gemessen, aber jetzt in Utsjoki-Kevo in der Nähe der Grenze zu Norwegen. Eine Hitzewelle hat die gesamte Region im Griff.

Jari Tuovinen vom Finnischen Meteorologischen Institut erklärte im öffentlich-rechtlichen Sender YLE, Temperaturen von über 32 Grad seien in Lappland außergewöhnlich. Grund sei ein Hochdruckgebiet östlich von Finnland, das weitere warme Luft aus Sibirien herüberbringe. Bereits der Juni war landesweit der heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1844.

Hitze auch in Norwegen und Schweden

Erst einmal in der Geschichte wurde in Lappland eine höhere Temperatur gemessen: Im Juli 1914 war es im Gebiet Inari Thule 34,7 Grad Celsius warm. Dabei ist die bei Naturliebhabern beliebte Region eigentlich eher für ihre tiefen Temperaturen bekannt.

Ungewöhnlich warm ist es derzeit auch im Norden von Schweden und Norwegen. Dort gilt als Hitzewelle, wenn die Maximaltemperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Durchschnitt bei mindestens 28 Grad liegt. In der Gemeinde Porsanger in der nördlichsten norwegischen Provinz Troms und Finnmark wurden 34,3 Grad Celsius gemessen - ein Rekordwert. An mehreren Orten in Norwegen gab es zuletzt "tropische Nächte", in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fiel.

Arktische Region wird immer wärmer

Vergangene Woche hatte Kanada bereits einen Hitzerekord aufgestellt, mit Temperaturen von fast 50 Grad im Schatten. Einem im Mai veröffentlichten Bericht zufolge vollzieht sich die Klimaerwärmung in der Arktis derzeit dreimal schneller als auf dem Rest des Planeten. Der Anstieg fällt noch schneller aus als bisher angenommen, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2021 um 02:00 Uhr.