Ukrainische Soldaten während einer Militärübung in der Region Donezk. | picture alliance/dpa/Ukrainian D

Konflikt mit Russland Großbritannien liefert Waffen an die Ukraine

Stand: 18.01.2022 12:15 Uhr

Angesichts der Sorge vor einer drohenden russischen Invasion will Großbritannien Waffen an die Ukraine liefern, die zur "Selbstverteidigung" des Landes dienen sollen. Auch andere NATO-Länder beliefern die Ukraine - Deutschland tut dies nicht.

Im Konflikt mit Russland sichert Großbritannien der Ukraine weitere Unterstützung zu - in Form von Waffenlieferungen. Es gebe "begründeten und ernsten Anlass zur Sorge" vor einer möglichen Invasion von russischer Seite, sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace.

Wallace zufolge handele es sich nicht um "strategische Waffen". Sie stellten damit "keine Bedrohung" für Russland dar, sondern dienten der Selbstverteidigung der Ukraine. Das Land habe "jedes Recht, seine Grenzen zu verteidigen", betonte Wallace. Um welche Art Waffen es sich genau handelt, ließ er offen. Einem Bericht der BBC zufolge soll eine erste Lieferung bereits am Montag in die Ukraine entsandt worden sein.

Der Verteidigungsminister kündigte zudem an, dass "eine kleine Zahl" britischer Soldaten ukrainische Streitkräfte im Umgang mit diesen Waffen ausbilden. Großbritanniens Armee unterstützt das ukrainische Militär bereits seit Jahren durch Training und Ausbildung.

Kreml sieht Waffenlieferungen als "äußerst gefährlich" an

Die russische Regierung reagierte mit Kritik auf die britischen Waffenlieferungen. "Das ist äußerst gefährlich und trägt nicht zum Abbau der Spannungen bei", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland sei besorgt, da die Ukraine von immer mehr Ländern mit Waffen versorgt werde. Und nicht immer handele es sich dabei um nur um defensive Waffen.

USA liefern Rüstungsgüter in Millionenwert

Auch andere NATO-Staaten liefern Waffen und militärische Ausrüstung an die Ukraine. Im vergangenen Sommer hatten etwa die USA angekündigt, Militärgüter im Wert von umgerechnet etwa 53 Millionen Euro an die Ukraine liefern zu wollen, darunter Panzerabwehrraketen und Munition. Ebenfalls im vergangenen Jahr schickte Estland rund 2400 Pistolen vom Typ Makarow in die Ukraine.

Baerbock lehnt Waffenlieferungen erneut ab

Seit Jahren hofft die ukrainische Regierung, dass auch Deutschland das Land durch Waffenlieferungen unterstützt. Doch erst gestern hatte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock bei Gesprächen mit ihrem ukrainischen Amtskollegen Dmytro Kuleba in Kiew dieser Forderung erneut eine klare Absage erteilt - unter anderem mit Verweis auf die deutsche Geschichte.

Zwar betonte sie, dass Deutschland klar an der Seite der Ukraine stehe. Doch Diplomatie sei der "einzig gangbare Weg, um die derzeitige hochgefährliche Situation zu entschärfen". Darum setze sich die Bundesregierung für eine Wiederbelebung des sogenannten Normandie-Formats ein - die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung Deutschlands und Frankreichs

Bei ihrem Antrittsbesuch in Russland trifft Baerbock heute auf den russischen Außenminister Sergej Lawrow. Die russische Regierung bestreitet jegliche Absichten einer Invasion in der Ukraine, auch wenn Russland seine Truppenkapazität direkt an der Grenze zur Ukraine massiv verstärkt hat.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2022 um 11:00 Uhr.