Der königliche Sarg der Queen wird getragen. | dpa

London Trauerzug für Queen Elizabeth II.

Stand: 14.09.2022 17:28 Uhr

Die verstorbene Queen Elizabeth II. ist im britischen Parlament aufgebahrt worden. Mit einem Trauerzug wurde ihr Sarg vom Buckingham-Palast zur Westminster Hall gebracht. Zehntausende Menschen säumten die Straßen.

Mit einem feierlichen Trauerzug ist der Sarg der britischen Königin Elizabeth II. vom Buckingham-Palast ins britische Parlament gebracht worden. In der Westminster Hall - dem ältesten Teil des Parlaments - wurde der geschlossene Sarg aufgebahrt. Mehrere Soldaten hoben ihn auf ein violettes Podest. Dort hat die Öffentlichkeit nun gut vier Tage lang die Möglichkeit, der verstorbenen Königin einen letzten Besuch abzustatten.

Der Eichensarg, eingehüllt in die royale Standarte, wurde auf einer Lafette transportiert. Auf einem samtenen Kissen thronte die Imperial State Crown genannte Krone, die die Königin traditionell zur Parlamentseröffnung trug. Dahinter lag ein Kranz aus weißen Rosen, weißen Dahlien und Blattwerk aus der königlichen Residenz Balmoral in Schottland.

Salutschüsse und Trauermusik

König Charles III. und seine Söhne, die Prinzen William und Harry, gingen zu Fuß hinter dem Sarg in Richtung Parlament, während die Glocke Big Ben zu Ehren der Verstorbenen schlug. Im Minutentakt wurden Salutschüsse abgefeuert. Neben Charles gingen auch die anderen Kinder der Queen hinter dem Sarg: Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward.

Eine Armeekapelle spielte Trauermusik von Beethoven, Mendelssohn und Chopin. Um Lärm zu vermeiden, hatte der Flughafen Heathrow während der Dauer der Prozession seine Flüge gestoppt.

In der Westminster Hall hielt Justin Welby, der Erzbischof von Canterbury, das geistliche Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, eine kurze Andacht. Mit einem Zitat aus Johannes 14,6, der Abschiedsrede Jesu von seinen Jüngern und dem Versprechen: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."

Warteschlange für die Totenwache

Zehntausende Menschen säumten die Route des Trauerzuges, filmten, weinten und applaudierten. Bereits Stunden vorher waren die Massen ins Zentrum der britischen Hauptstadt geströmt.

In der Innenstadt Londons waren zahlreiche Sicherheitskräfte im Einsatz. Trotz Regens harrten bereits in der Nacht viele Leute am Ufer der Themse aus, um sich einen Platz in der Warteschlange für die Totenwache zu sichern. Hilfsorganisationen versorgten Wartende mit heißen Getränken und Snacks, berichtete der Sender BBC.

23 Stunden am Tag für die Öffentlichkeit zugänglich

Bis zum frühen Montagmorgen hat die Öffentlichkeit nun die Möglichkeit, am Sarg vorbeizuziehen und Abschied von der Königin zu nehmen. Hunderttausende werden erwartet, manche Schätzungen sprechen von bis zu zwei Millionen Trauernden. Es wird mit Wartezeiten von mehr als einem Tag gerechnet. Der Sarg ist 23 Stunden am Tag für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Regierung rät den Menschen, sich warm und wetterfest anzuziehen und ausreichend Getränke und Essen mitzunehmen. Vor der Westminster Hall müssen die Besucher einen Sicherheitskontrollpunkt passieren. Vor dem Betreten des Gebäudes gibt es ein Armband, das nach dem Verlassen abgegeben werden muss. Fotografieren und Filmen am Sarg sind verboten.

Zum Staatsbegräbnis am kommenden Montag werden Hunderte Staats- und Regierungschefs, Angehörige von Königshäusern und andere Würdenträger in London erwartet. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will anreisen.

Mit Informationen von Thomas Spickhofen, ARD-Studio London

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. September 2022 um 17:00 Uhr.