Brittney Griner | dpa

Inhaftierte US-Bürger Russland will mit USA über Austausch reden

Stand: 29.07.2022 15:45 Uhr

Der russische Außenminister Lawrow ist bereit, mit seinem US-Kollegen Blinken über einen Gefangenenaustausch zu sprechen. Es geht um einen Deal, um die US-Basketballerin Griner und den Ex-Soldaten Whelan nach Hause zu holen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist zu einem Gespräch mit seinem US-Kollegen Antony Blinken über einen möglichen Gefangenenaustausch bereit. Lawrow sagte während eines Besuchs in Usbekistan, in seinem Ministerium sei eine offizielle Bitte der USA um ein Gespräch eingegangen.

Er werde nach seiner Rückkehr nach Moskau dafür zur Verfügung stehen. Der Zeitpunkt des Telefonats werde derzeit ausgearbeitet. "In den nächsten Tagen schlagen wir unseren amerikanischen Kollegen einen geeigneten Termin (für ein Telefonat) vor", sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge. Es wäre das erste Gespräch der beiden Diplomaten seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine.

Griner und Whelan gegen Waffenhändler But?

Blinken hatte angekündigt, sich für die Freilassung der in Russland inhaftierten US-Basketballerin Brittney Griner und ihres wegen angeblicher Spionage zu 16 Jahren Haft verurteilten Landsmanns Paul Whelan einsetzen zu wollen. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte, die US-Regierung habe vorgeschlagen, den verurteilten russischen Waffenhändler Wiktor But gegen Whelan und Griner auszutauschen.

Laut Lawrow ist das Außenministerium grundsätzlich nicht für Fragen des Gefangenenaustausches zuständig. "Aber ich höre trotzdem, was er zu sagen hat", so Lawrow.

"Diskrete" Verhandlung hinter den Kulissen

Auf die Frage nach dem US-Angebot sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Donnerstag, dass Gefangenenaustausche in der Regel diskret hinter den Kulissen verhandelt würden: "Normalerweise erfährt die Öffentlichkeit davon, wenn die Vereinbarungen bereits umgesetzt sind."

Griner, zweifache olympische Goldmedaillengewinnerin und Spielerin des WNBA-Teams Phoenix Mercury, wurde Mitte Februar auf einem Moskauer Flughafen festgenommen - nachdem Kontrolleure in ihrem Gepäck Vape-Patronen mit Cannabisöl gefunden hatten. Die 31-Jährige bekannte sich vor Gericht schuldig, beteuerte aber, nicht in krimineller Absicht gehandelt zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft.

Whelan, eine Sicherheitsfachkraft aus Michigan, wurde 2020 wegen Spionage zu 16 Jahren Haft verurteilt. Er und seine Familie beteuerten wiederholt seine Unschuld.

Russland dringt seit Jahren auf eine Freilassung von But, dem russischen Waffenhändler, der einst als "Händler des Todes" bezeichnet wurde. Er wurde 2012 zu 25 Jahren Haft verurteilt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Juli 2022 um 14:00 Uhr.