Bei Vilia sind die Rauchschwaden des neuen Waldbrandes zu sehen. | AP

Waldbrände in Griechenland Neue Feuer auf Euböa und bei Athen

Stand: 23.08.2021 16:03 Uhr

Auf der zweitgrößten griechischen Insel Euböa wüteten zehn Tage lang Feuer, die etliche Hektar Wald vernichteten. Nun ist im Süden der Insel ein neues Feuer ausgebrochen. Auch in der Nähe von Athen brennt es wieder.

Keine zwei Wochen nach Ende der verheerenden Waldbrände im Norden von Euböa ist im Süden der griechischen Insel ein neues Feuer ausgebrochen. 64 Feuerwehrleute, 26 Fahrzeuge, neun Hubschrauber und ein Löschflugzeug kämpften gegen die Flammen, teilte die Feuerwehr mit.

Das Feuer war am frühen Morgen in der Nähe des Dorfes Fygia ausgebrochen und breitete sich in Richtung des Badeorts Marmari aus. Die Flammen seien nach einigen Stunden unter Kontrolle gebracht worden.

Einige Bewohner von Fygia wurden der griechischen Nachrichtenagentur ANA zufolge in Sicherheit gebracht. Zudem hätten die Behörden vorsorglich Schiffe zur Evakuierung von Marmari bereitgestellt. Der griechische Zivilschutz hatte zuvor eine erhöhte Brandgefahr in mehreren Gebieten des Landes vorhergesagt.

Auch nordwestlich von Athen kämpfte die Feuerwehr gegen einen Brand. Er sei in der Nähe der Stelle aufgeflammt, wo schon vor einer Woche bei Vilia ein Großfeuer ausgebrochen war, teilte die Feuerwehr mit. Das Vilia-Feuer wurde zwar schon am Freitag unter Kontrolle gebracht, doch starker Wind drohte die Flammen wieder anzufachen. Knapp 300 Einsatzkräfte, unter ihnen Feuerwehrleute aus Rumänien, löschten kleinere Brände, die wieder aufflackerten.

Bisher 116.000 Hektar Wald abgebrannt

Griechenland erlebte im August die schlimmste Hitzewelle seit Jahrzehnten, die mit einer verheerenden Waldbrandsaison einherging. Im ganzen Land brachen täglich Dutzende Feuer aus. 116.000 Hektar Wald sind bisher in Flammen aufgegangen, Tausende mussten vor dem Flammen fliehen. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben.

Mehr als ein Dutzend Menschen wurden unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen, darunter ein 14-Jähriger. Für die schlimmste Hitzewelle seit Jahrzehnten und die damit einhergehenden Waldbrände macht die griechische Regierung den Klimawandel verantwortlich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. August 2021 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.