Die Karte zeigt die Südliche Ägäis mit der Insel Folegandros

Boot vor Griechenland gesunken Mehrere Migranten in der Ägäis vermisst

Stand: 22.12.2021 11:53 Uhr

Vor der griechischen Insel Folegandros ist ein Boot mit Geflüchteten gesunken. Zwölf Menschen konnten von der Küstenwache gerettet werden. Mehrere Personen werden noch vermisst. Eine große Rettungsaktion läuft.

Die griechische Küstenwache hat in der Nacht in der Ägäis zwölf Migranten gerettet. Ihr Boot war vor der Kykladeninsel Folegandros gesunken. "Es gibt aber zahlreiche Menschen, die noch vermisst werden", sagte der Sprecher der Küstenwache, Nikos Kokkalas, im griechischen Staatsfernsehen (ERT) weiter. Die Geretteten hätten unterschiedliche Angaben gemacht, wie viele Menschen an Bord waren. "Wir gehen von 30 bis 50 Menschen aus (die an Bord waren) und setzen die Suchaktion fort", fügte der Sprecher der Küstenwache hinzu. Die meisten geretteten Menschen stammten nach eigenen Angaben aus dem Irak, hieß es.

Großangelegte Rettungsaktion

An der Suchaktion beteiligten sich laut Küstenwache vier Schiffe der Küstenwache, zwei Hubschrauber von Marine und Luftwaffe, ein Transportflugzeug des Militärs, fünf vorbeifahrende Schiffe und drei private Boote. Die Küstenwache hatte zuvor die Information erhalten, ein Schiff mit Migranten habe einen Motorschaden erlitten und laufe vor Folegandros voll Wasser. Die zwölf Geretteten nutzten ein kleineres Boot, das sich an Bord des größeren befand. Laut Küstenwache trugen nur zwei von ihnen Rettungswesten. Folegandros liegt abseits der üblichen Routen von Flüchtlingsbooten.

Boote oft veraltet

Immer wieder versuchen Migranten von der türkischen Ägäisküste oder auch aus anderen Staaten im Osten des Mittelmeeres zum griechischen Festland oder nach Italien zu gelangen. Damit wollen sie vermeiden, längere Zeit in den Registrierlagern auf den Inseln im Osten der Ägäis bleiben zu müssen. Wegen der langen Fahrt durch das Mittelmeer südlich oder nördlich von Kreta kommt es jedoch häufig zu Maschinenschäden der in der Regel uralten Boote, die Schleuserbanden den Menschen verkaufen. Es gibt keine offiziellen Angaben, wie viele Menschen auf diesen Routen ums Leben gekommen sind.