Ein Flakpanzer vom Typ "Gepard" bei einem Übungsschießen auf Luftziele. (Archivbild: 7. Oktober 2004) | AFP

Krieg gegen die Ukraine Kiew erhält die ersten drei Gepard-Panzer

Stand: 25.07.2022 15:01 Uhr

Die Ukraine hat bestätigt, dass drei deutsche Gepard-Panzer geliefert worden seien - zwölf sollen nach folgen. Wegen der Probleme beim Ringtausch mehren sich die Stimmen, die direkte Lieferungen an die Ukraine fordern.

Nach ukrainischen Angaben ist die erste Lieferung von Flugabwehrpanzern des Typs Gepard aus Deutschland angekommen. "Heute sind offiziell die ersten drei Geparde eingetroffen", sagte Verteidigungsminister Olexij Resnikow im ukrainischen Fernsehen. Dazu seien auch mehrere Zehntausend Schuss übergeben worden. Die Panzer sollen in der Ukraine zum Schutz von Städten und anderer sogenannter kritischer Infrastruktur eingesetzt werden.

Die deutsche Rüstungsindustrie wollte bis Ende des Monats mit der Lieferung von Flugabwehrpanzern vom Typ Gepard beginnen - es hatte zunächst aber noch an Munition gemangelt. Vor rund zwei Wochen berichtete dann der "Spiegel" unter Berufung auf Regierungskreise, das Kanzleramt habe zusammen mit dem Verteidigungsministerium in Norwegen einen Hersteller gefunden, der langfristig liefern kann.

Iris-T soll erst im Herbst geliefert werden

Erwartet werden zwölf weitere Gepard-Panzer. Die Lieferung beruht auf einer Übereinkunft mit Verteidigungsministerin Christine Lambrecht vom Mai. Neben den Geparden wartet die Ukraine aber vor allem auf die modernen Flugabwehrsysteme vom Typ Iris-T aus Deutschland. Diese sollen das Land besser vor den russischen Raketenangriffen schützen. Die Ankunft der Iris-T ist allerdings Berichten zufolge erst für den Herbst geplant.

Unterdessen geht in Deutschland die Debatte darüber weiter, ob Deutschland Panzer direkt an die Ukraine liefern könnte, da es Probleme mit dem sogenannten Ringtausch gibt. Bei dem Ringtausch-Verfahren sollen östliche Verbündete der Ukraine leicht bedienbare Panzer sowjetischer Bauart zu Verfügung stellen. Deutschland sagte den NATO-Partnern im Gegenzug modernes Gerät als Ersatz zu. Polen warf der Bundesregierung allerdings wiederholt vor, Zusagen nicht einzuhalten. Außenministerin Annalena Baerbock und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt räumten am Wochenende ein, dass die Strategie nicht so funktioniere wie geplant.

Direkte Lieferungen finden mehr Fürsprecher

Politikerinnen und Politiker mehrerer Parteien sprachen sich für direkte Waffenlieferungen aus. FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte im Deutschlandfunk: "Wenn das Verteidigungsministerium zu der Feststellung kommt, dass der Ringtausch nicht funktioniert, ist das ein Weg aus meiner Sicht zu sagen, ja, dann wird das direkt geliefert." Es gehe um konkrete Unterstützung der Ukraine in einer entscheidenden Phase des Krieges, und es gehe auch um das Ansehen Deutschlands als NATO-Partner, sagte Djir-Sarai.

Auch seine Parteikollegin, die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Agnes Strack-Zimmermann, hatte sich bereits für direkte Waffenlieferungen ausgesprochen und gesagt, gegebenenfalls sollte auch der Kampfpanzer Leopard 2 geliefert werden.

Auch nach Ansicht des außenpolitischen Sprechers der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, sollte Deutschland über direkte Lieferungen von Kampfpanzern an die Ukraine nachdenken. Auf eine entsprechende Frage sagte der CDU-Politiker im SWR, "dass wir diese Optionen alle erwägen sollten und dass Deutschland jetzt rasch handeln sollte".

Göring-Eckardt hatte die Regierung am Wochenende aufgefordert, nach Alternativen für die Unterstützung der Ukraine mit Waffen zu suchen. "Etwa, direkt Waffen zu liefern, wenn wir das können", hatte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juli 2022 um 15:00 Uhr.