Agnes Pannier-Runacher und Robert Habeck | dpa

Deutschland stimmt zu EU-Staaten einigen sich auf Gaspreisdeckel

Stand: 19.12.2022 17:26 Uhr

Nach monatelangem Ringen haben sich die EU-Staaten auf einen Gaspreisdeckel geeinigt. Demnach kann der Deckel ab dem 15. Februar ab einem Preis von 180 Euro pro Megawattstunde ausgelöst werden.

In der Europäischen Union sollen die Großhandelspreise für Gas künftig unter bestimmten Umständen gedeckelt werden. Die Energieminister der EU-Staaten einigten sich auf die Möglichkeit eines solchen Markteingriffs, wie eine Sprecherin des EU-Ministerrats mitteilte.

Der Deckel kann ab einem Preis von 180 Euro pro Megawattstunde ausgelöst werden, wie es in dem in Brüssel gefassten Beschluss heißt. Der Mechanismus kann demnach ab dem 15. Februar aktiviert werden.

Zum Zeitpunkt der Entscheidung lag der Gaspreis am Handelsplatz TTF um 110 Euro pro Megawattstunde. Im August erreichte der Preis am TTF einen Höchststand von über 340 Euro pro Megawattstunde.

Deutschland stimmte offenbar für Mechanismus

Nach Informationen der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters stimmte auch Deutschland für den Deckel. Die Bundesregierung hatte sich lange gegen einen solchen Mechanismus gesträubt. Sie befürchtete, dass dann die Versorgungssicherheit gefährdet wäre, weil Lieferanten ihr Gas etwa an asiatischen Märkten verkaufen könnten, wo sie höhere Preise erzielen könnten.

Das Vorhaben betrifft grundsätzlich Großkunden, die am Handelsplatz TTF handeln - nicht Endverbraucher, wie etwa bei der Gaspreisbremse der Bundesregierung. Verbraucherpreise werden indirekt durch die Preise im Großhandel beeinflusst.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Dezember 2022 um 17:00 Uhr.