Waldbrand bei Saint-Magne, südlich von Bordeaux | AP

Emissionen durch Feuer in Frankreich CO2-Ausstoß wie von 790.000 Autos

Stand: 12.08.2022 18:26 Uhr

Die Waldbrände in Frankreich geben Rekordmengen an CO2 in die Atmosphäre ab. Laut Berechnungen von Forschern entspricht die Menge in etwa dem jährlichen Ausstoß von 790.000 Autos. Das ist viel, aber im weltweiten Maßstab "überschaubar".

Wälder binden Kohlendioxid (CO2), ein klimaschädliches Gas. Verbrennen Wälder, wird das CO2 wieder freigesetzt. Forscher haben auf Basis von Satellitendaten nun berechnet, wie groß die Mengen sind, die durch die Waldbrände im Südwesten Europas in diesem Sommer bislang freigesetzt wurden.

Allein in Frankreich seien es im Zeitraum von Anfang Juni bis zum 11. August fast eine Million Tonnen CO2 gewesen, teilte die europäische Satelliten-Umweltbeobachtungsstelle CAMS mit. Das entspreche in etwa dem jährlichen Ausstoß von 790.000 Autos.

Für Frankreich ist das laut CAMS ein neuer Rekordwert: In den vergangenen zwei Jahrzehnten seien dort im Schnitt pro Jahr rund 300.000 Tonnen CO2 durch Brände freigesetzt worden. Das einzige Jahr, das an den Rekord dieses Sommers in Frankreich heranreicht, sei 2003 gewesen - das Jahr, in dem die Satellitenüberwachung zum ersten Mal eingesetzt wurde. Damals hätten Flächenbrände unter intensiver Sommerhitze und Trockenheit rund 650.000 Tonnen Kohlendioxid zwischen Juni und August freigesetzt.

Laut den CAMS-Daten wurde in diesem Sommer auch in Spanien ein neuer Rekordwert bei den CO2-Emissionen durch Waldbrände erreicht - allerdings schon früher als in Frankreich. In Portugal - wo es ebenfalls viele Waldbrände gab - waren die CO2-Werte in mehreren zurückliegenden Jahren hingegen deutlich höher als 2022.

Weltweit 1,76 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt

In Frankreich beschäftigt die Feuerwehr vor allem ein Waldbrand bei Bordeaux im Südwesten des Landes. Die 40 Kilometer lange Feuerfront in den Départements Gironde und Landes an der Atlantikküste hat seit Dienstag schon 7400 Hektar Pinienwald zerstört. 10.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, einige von ihnen bereits zum zweiten Mal. Bei dem Feuer handelt es sich um einen wieder aufgeflammten Brand, der bereits Mitte Juli gewütet hatte.

Die CO2-Emissionen durch die Feuer in Frankreich seien im Vergleich zu den globalen Waldbrandemissionen aber grundsätzlich "überschaubar", erklärte Mark Parrington, ein leitender Wissenschaftler bei CAMS. So hätten im vergangenen Jahr hitze- und dürrebedingte Feuersbrünste weltweit 1,76 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. August 2022 um 20:00 Uhr.