Emmanuel Macron | AFP

Aussagen zu Ungeimpften Macron bleibt bei harter Haltung

Stand: 07.01.2022 16:39 Uhr

Frankreichs Präsident Macron hat seine harten Worte zu Ungeimpften gegen Kritik verteidigt - und auch seine Wortwahl. Es sei seine Verantwortung, "Alarm zu schlagen". Ungeimpfte gefährdeten das Leben und die Freiheit anderer.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat seine ruppigen Worte in Bezug auf Impfgegner verteidigt. Er stehe vollkommen zu seinen Äußerungen, sagte Macron. Man könne sich über Formulierungen aufregen, die umgangssprachlich erschienen seien, doch er könne es nicht akzeptieren, dass manche im Namen ihrer Freiheit andere gefährdeten. "Es lag meiner Meinung nach in meiner Verantwortung, (...) ein wenig Alarm zu schlagen", sagte Macron. Dies habe er getan.

"Wenn einige aus ihrer Freiheit (...) ein Kriegsgeschrei machen, bringen sie nicht nur das Leben anderer in Gefahr, sondern schmälern auch deren Freiheit. Das kann ich nicht akzeptieren", sagte Macron. "Wenn man Bürger sein will, muss man auch in seine Bürgerpflichten einwilligen."

Macron hatte sich allerlei Kritik mit der Ankündigung zugezogen, er werde Impfgegner piesacken. Dabei verwendete er das Verb "emmerder", das auf das Wort "merde" zurückgeht, den französischen Begriff für Scheiße. Oppositionspolitker fanden das stillos. Macron räumte ein, seine Wortwahl habe womöglich die eine oder den anderen entsetzt. Doch er übernehme die Verantwortung dafür. Die Strategie Frankreichs im Kampf gegen die Corona-Pandemie sei "impfen, impfen, impfen".

Macron wollte eigentlich verletzende Worte vermeiden

Es war nicht das erste mal, dass Macron sich sich so scharf äußerte - allerdings hatte er im Dezember Besserung gelobt. "Es gibt Worte, die verletzen können. Das ist inakzeptabel. Der Respekt ist Teil des politischen Lebens. Ich habe dazugelernt", sagte er damals. "Mit einigen meiner Äußerungen habe ich Menschen verletzt. Das mache ich nie wieder. Man kann Dinge voranbringen, ohne Menschen zu verletzen."

Frankreich hatte am Mittwoch 332.252 Neuinfektionen registriert, so viel wie noch kein anderes Land in Europa an einem Tag. Etwa 77 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft, das entspricht 91 Prozent der Erwachsenen. Macron warb für den von der Regierung geplanten Impfpass, den die Nationalversammlung bereits beschlossen hat. Danach sollen Ungeimpfte nicht mehr in Gaststätten, Kinos, Theater, Museen und Sportarenen eingelassen werden. Der Pass soll zudem für Fernzüge, Busse und Inlandsflüge vorgeschrieben sein. Der Senat muss noch zustimmen.

Mit Informationen von Stefanie Markert, ARD-Studio Paris

Über dieses Thema berichtete BR24 aktuell am 05. Januar 2022 um 17:50 Uhr.