Eine medizinische Mitarbeiterin eines temporären Impfzentrums in Frankreich | picture alliance/dpa/XinHua

Corona-Pandemie Zügiges Boostern für alle Franzosen

Stand: 25.11.2021 14:57 Uhr

Frankreich macht Tempo bei den Drittimpfungen: Ab Samstag sollen alle Erwachsenen die Möglichkeit zum Boostern bekommen. Wer ab Januar noch als "geimpft" gelten will, muss die dritte Impfung vorweisen können.

In Frankreich ist die Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus von Samstag an für alle Erwachsenen ab 18 Jahren möglich. Der Abstand zur vorherigen Impfung solle nur noch fünf Monate betragen, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran in Paris. Die Booster-Impfung werde von Mitte Januar verpflichtend, um den Status "geimpft" zu behalten. 

Die französische Gesundheitsbehörde hatte sich kurz zuvor für eine Ausweitung der Booster-Impfung ausgesprochen. "Das beunruhigende Infektionsgeschehen rechtfertigt die Beschleunigung der Impfkampagne", betonte die Behörde. Bislang können sich in Frankreich Menschen über 65 und mit Vorerkrankungen boostern lassen.

Auch die Regeln für den Gesundheitspass - dieser enspricht der 3G-Regel in Deutschland - ändern sich. Künftig darf ein Test nur noch höchstens 24 Stunden alt sein, bislang waren es 72 Stunden. "Wer nicht geimpft ist, muss sich täglich testen lassen, um von dem Gesundheitspass zu profitieren", sagte Véran. Der Test ist für Ungeimpfte ohne Symptome in Frankreich kostenpflichtig. 

Véran: wieder stärker auf Corona-Regeln achten

Véran appellierte an die Franzosen, die Abstandsregeln wieder besser einzuhalten, regelmäßig zu lüften und auf Wangenküsse zu verzichten. Er kündigte ein Dekret zur Maskenpflicht in allen Innenräumen an, in denen auch der Gesundheitspass vorgelegt werden muss, etwa in Restaurants, Museen, Theatern. "Der Scheitelpunkt der aktuellen Welle könnte bereits in der kommenden Woche erreicht sein", sagte Véran.

In Frankreich liegt die Inzidenz derzeit bei 193 Fällen pro 100.000 Einwohnern pro Woche. Am Mittwoch wurden knapp 33.000 neue Fälle gemeldet, ein Höchststand in der aktuellen Welle. Die Zahl der Infektionen ist innerhalb einer Woche um gut 80 Prozent angestiegen.

Die Lage in den Krankenhäusern ist mit gut 1400 Covid-Intensivpatienten noch nicht dramatisch, was wohl mit der hohen Impfquote von gut 75 Prozent der Gesamtbevölkerung zu tun hat. 

Impfung von Kindern wird geprüft

Nach der EMA-Genehmigung für den Kinderimpfstoff von BioNTech überprüften nun die Ethikkommission und die Gesundheitsbehörden in Frankreich, ob Kinder zwischen fünf und elf Jahren geimpft werden sollten, sagte Veran. Vor 2022 werde es aber keine solche Impfung geben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. November 2021 um 11:00 Uhr.