Ein Rettungsring schwimmt auf dem Mittelmeer (Symbolbild). | picture alliance / JOKER

Nahe griechischer Insel Lesbos 18 Flüchtlinge bei Bootsunglück ertrunken

Stand: 06.10.2022 16:07 Uhr

Nahe der griechischen Insel Lesbos sind beim Kentern eines Flüchtlingsbootes mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Es ist bereits das zweite Schiffsunglück mit Migranten in Griechenland binnen 24 Stunden.

Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes in der Nähe der griechischen Insel Lesbos sind mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Die Toten seien nach dem Untergang eines mit etwa 40 Menschen besetzten Schlauchbootes bei stürmischem Wetter gefunden worden, teilte die griechische Küstenwache mit. Fünf Menschen konnten demnach gerettet werden, etwa 30 Menschen gelten noch als vermisst.

Ein Schiff der griechischen Küstenwache und ein Hubschrauber der Luftwaffe eilten den Such- und Rettungsmannschaften zu Hilfe, die mit starken Winden in dem Gebiet östlich von Lesbos zu kämpfen hatten. Zum Zeitpunkt des Unglücks wurden in der Region Windgeschwindigkeiten von bis zu 102 Kilometer pro Stunde gemessen.

Zweites Schiffsunglück binnen 24 Stunden

Dies ist bereits das zweite Schiffsunglück mit Migranten in Griechenland binnen 24 Stunden. Die Behörden hatten zuvor in der Nähe der Insel Kythira 30 Migranten gerettet, deren Boot in stürmischen Gewässern auf einen Felsen aufgelaufen und gesunken war.

Griechenland ist für Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten häufig die erste Anlaufstelle auf dem Weg nach Europa. Tausende überqueren dabei die türkisch-griechische Grenze am Fluss Evros oder nehmen die gefährliche Überfahrt über die Ägäis in Kauf. In den ersten acht Monaten dieses Jahres rettete die griechische Küstenwache nach eigenen Angaben bereits rund 1500 Flüchtlinge auf dem Meer – im vergangenen Jahr waren es weniger als 600.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Oktober 2022 um 04:00 Uhr und 05:00 Uhr in den Nachrichten.