Retter von Sea-Watch helfen Flüchtlingen in Seenot | dpa

Nach Italien gebracht Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet

Stand: 01.05.2021 16:38 Uhr

Die italienischen Behörden und Hilfsorganisationen haben Hunderte Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Einige landeten bereits in Lampedusa und Sizilien an. Ein weiteres Rettungsschiff sucht noch einen sicheren Hafen.

Schiffe von Hilfsorganisationen und der italienischen Marine haben mehr als 1000 Migranten auf dem Mittelmeer aus Seenot gerettet. Über 500 Menschen wurden in der Nacht zu Samstag vom italienischen Grenzschutz und der Küstenwache auf die Insel Lampedusa gebracht. Bürgermeister Salvatore Martello sagte, die Migranten seien ursprünglich auf vier Booten unterwegs gewesen, die in Seenot geraten seien.

Die Gruppe SOS Méditerranée teilte mit, ihre "Ocean Viking" mit 236 Menschen an Bord sei in Sizilien angekommen. Die Hilfsorganisation erklärte, die Migranten seien vier Tage zuvor von zwei überfüllten Schlauchbooten gerettet worden. Auf Anweisung der italienischen Behörden habe die "Ocean Viking" im Hafen von Augusta festgemacht. Unter den Migranten seien 119 unbegleitete Minderjährige. Einige Passagiere sagten nach Angaben der Organisation, sie seien von Schleppern in Libyen gezwungen worden, trotz des hohen Wellengangs in die Schlauchboote zu steigen.

"Sea Watch 4" nimmt Hunderte auf

Auch der Berliner Verein Sea-Watch erklärte, man habe etwa 300 Migranten aus Seenot gerettet. Die Menschen seien am Freitag in der Such- und Rettungszone vor der libyschen Küste aufgenommen worden. Das Rettungsschiff "Sea-Watch 4" habe nun einen sicheren Hafen in Italien und Malta angefragt.

Die Organisation übte scharfe Kritik an der EU. "Dass wir als ziviles Rettungsschiff in so kurzer Zeit so viele Menschen aus Seenot retten mussten, zeigt erneut die fundamentale Rettungslücke, die europäische Staaten an der tödlichsten Seegrenze der Welt geschaffen haben", sagte die Einsatzleiterin der "Sea-Watch 4", Hannah Wallace Bowman. Die "Sea-Watch 4" wurde im vergangenen Jahr mit Hilfe von kirchlichen Spenden zur Rettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer geschickt.

Hunderte Tote

Das Mittelmeer gilt als eine der gefährlichsten Migrationsrouten der Welt. Seit Jahresbeginn kamen nach UN-Angaben bei dem Versuch, auf diesem Wege nach Europa zu gelangen, bereits 599 Menschen ums Leben. Im gersamten Jahr 2020 waren es etwa 1200.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Mai 2021 um 15:02 Uhr.